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Neues Moorschutzgebiet im Donaumoos

Vier Stauwehre, zwölf Hektar: Zweckverband setzt Maßnahme im Bereich „In den Flecken“ um

Bagger hebt Drainagensperre in Drainage. Mann führt die Sperre.
Schweres Gerät: Mit viel Präzisionsarbeit, aber auch viel Druck hat der Bagger die schweren Metallwehre in den Moorboden geschoben.
© Stefan Janda/Donaumoos-Zweckverband

Nach langer Planungs- und Genehmigungsphase ist es schließlich schnell gegangen. Innerhalb weniger Tage hat die beauftragte Baufirma die vier Stahlwehre eingesetzt sowie drei Ausleitungen aus einem Wassergraben und eine Wegabsenkung fertiggestellt. Einzig der feuchte Boden, der nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen noch recht weich war, stellte die Arbeiter dabei vor eine Herausforderung. „Am Ende hat aber alles gut geklappt, wir sind zufrieden“, betont Projektleiter Jan Rauschenberger vom Donaumoos-Zweckverband, der die Maßnahme gemeinsam mit seinen Kollegen sowie mit tatkräftiger Unterstützung des staatlichen Donaumoos-Teams geplant hat.

Die Arbeiten umfassten im Wesentlichen die vier stählernen Wehre, die der Bagger im Graben 238b in den Moorboden gedrückt hat. Die drei Meter breiten Metallschilde beinhalten je eine Aussparung, die mit hölzernen Balken verschlossen wird. Auf diese Weise lässt sich das Grabenwasser zentimetergenau anstauen. Das allein würde aber nicht ausreichen, um den Grundwasserstand im Gebiet dauerhaft hoch zu halten und damit auch während der oftmals trockenen Sommermonate den Schutz des Moorbodens zu gewährleisten. „Zusätzlich sind drei Ausleitungen entstanden, über die das Wasser in die Fläche geleitet wird“, erklärt Rauschenberger. Dadurch verteilt sich das Wasser in dem abschüssigen Areal das in Richtung Südosten ein Gefälle von insgesamt sieben Metern aufweist. Damit ein Feldweg, der in Ost-West-Richtung durch das Gelände führt, für das Wasser nicht zum unüberwindbaren Hindernis wird, ist dieser an einer Stelle abgesenkt worden. Mittelfristig ist darüber hinaus die Verlegung des Weges aus dem Gebiet heraus geplant.

Das nahezu dreieckige Areal westlich der Staatsstraße 2035 befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum großen Moorschutzkomplex im Baierner Flecken und liegt ebenfalls auf Flur der Gemeinde Oberhausen. Diese hat die Maßnahme nicht nur von Anfang an unterstützt, sondern auch selbst Flächen zur Verfügung gestellt. Der Großteil des Areals gehört aber dem Donaumoos-Zweckverband sowie dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen; bei einigen Grundstücken laufen die Tauschverfahren derzeit noch.

Im Donaumoos gehört das zwölf Hektar große Gebiet mit einer Moormächtigkeit von stellenweise bis zu vier Metern zu den wichtigsten Bereichen. Jahrelange Messungen haben allerdings gezeigt, dass der Grundwasserstand im Sommer immer wieder auf bis zu einem Meter unter Flur absinkt. „Ein dauerhafter Erhalt des Torfkörpers ist dadurch bislang nicht möglich gewesen“, erklärt Rauschenberger den Hintergrund der Maßnahme. Denn nur im nassen Zustand kann Moorboden Kohlenstoff langfristig speichern, seine Schwammfunktion erhalten und so seinen vollen Nutzen für Mensch und Natur entfalten. Zu den im Gebiet „In den Flecken“ lebenden Arten gehört auch der Edelkrebs, der im Graben 238b heimisch ist. Damit die streng geschützten Tiere weiterhin im Areal leben können, hat der Zweckverband im weiter südlich liegenden Graben 234 Ersatzmaßnahmen umgesetzt und über Kies- und Steinschüttungen sowie Totholz ideale Bedingungen für die Krebse geschaffen.

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