Das Prinzip
Kern der Initiative ist ein Crowdfunding-Mechanismus. Über die Plattform können für jeweils 20 Euro Zertifikate erworben werden. Jedes Zertifikat entspricht einer Tonne CO₂e. Mit dem Kauf unterstützen Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen ausgewählte Klimaschutzprojekte und können zugleich eigene Emissionen ganz oder teilweise kompensieren.
Die Spendeneinnahmen werden transparent aufgeteilt:
- 45 % fließen in lokale Klimaschutzprojekte in den Landkreisen München und Ebersberg,
- 45 % in zertifizierte internationale Klimaschutzprojekte,
- 10 % decken Verwaltungskosten.
Die Kombination aus regionalen und globalen Maßnahmen ist bewusst gewählt: während vor Ort zusätzliche Projekte realisiert werden, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Waldumbau oder Moorschutz, erfolgt über internationale Projekte ein bilanzieller CO₂-Ausgleich durch den Erwerb und die Stilllegung hochwertiger Zertifikate.
Von der Projektidee zur Umsetzung
Lokale Projektumsetzer - darunter Kommunen, Vereine oder Genossenschaften - können Förderanträge für Klimaschutzmaßnahmen einreichen, die Treibhausgase vermeiden, reduzieren oder binden. Voraussetzung sind insbesondere Regionalität, Zusätzlichkeit und eine nachweisbare Klimawirkung.
Ein Lenkungsbeirat prüft und bewertet die eingereichten Projekte. Nach erfolgreicher Spendenfinanzierung beginnt die Umsetzung, begleitet durch ein Monitoring der Zielerreichung sowie eine öffentlichkeitswirksame Projektkommunikation.
Herausforderungen auf dem Weg
Die Entwicklung der Initiative – von der ersten Konzeption bis zum offiziellen Start im Mai 2023 – gestaltete sich aufgrund steuerrechtlicher Fragestellungen als anspruchsvoll. Nach dem erfolgreichen Start bestand die zentrale Herausforderung darin, die Initiative bekannt zu machen, um sowohl Spenden als auch geeignete Förderanträge zu gewinnen. Neben klassischer Öffentlichkeitsarbeit ist hierfür eine intensive Netzwerkarbeit erforderlich: Präsenz auf Veranstaltungen, die direkte Ansprache von Kommunen und Organisationen, die gemeinsame Entwicklung von Projektideen sowie der Aufbau langfristiger Partnerschaften.
Erfolge und Wirkung
Inzwischen hat sich die Aktion Zukunft+ als regionales Best-Practice-Modell etabliert. Das Team ist gewachsen, die Spendeneinnahmen konnten von 2024 auf 2025 verdoppelt werden. Allein im Jahr 2025 wurden über 500.000 Euro an lokale Klimaschutzprojekte weitergegeben.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Mitmachaktionen initiiert, darunter Baumpflanzaktionen, Moorexkursionen und Hofführungen zu regenerativer Landwirtschaft. Auf diese Weise werden die lokalen Projekte für Bürgerinnen und Bürger erlebbar.
Über die globalen Projekte konnten bislang mehr als 45.000 Tonnen CO₂e eingespart bzw. kompensiert werden.
Fazit: Blaupause für andere Regionen
Die Aktion Zukunft+ zeigt, wie sich regionaler Klimaschutz, Bürgerbeteiligung und CO₂-Ausgleich in einem transparenten Mechanismus wirkungsvoll verbinden lassen. Das Modell stößt bei Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen auf große Resonanz und erfährt zunehmende mediale Aufmerksamkeit.
Für die kommenden Jahre ist eine Weiterentwicklung und mögliche Ausweitung auf weitere Kommunen denkbar. Als regional verankerter Crowdfunding-Mechanismus bietet die Aktion Zukunft+ eine übertragbare Blaupause für wirksamen Klimaschutz.