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Klimachecks

Kommunale Entscheidungen klimafreundlich gestalten

Klimaschutz beginnt vor Ort – bei jeder Entscheidung, bei jedem Vorhaben. Ob Beschaffung, Sanierung oder neue Freizeitanlagen – kommunale Vorhaben wirken sich fast immer auf das Klima aus. Ein Klimacheck macht diese Folgen frühzeitig sichtbar. Damit wird die Klimarelevanz eines Projekts zum festen Bestandteil der kommunalen Planung, schafft mehr Transparenz bei Entscheidungen und erhöht die Akzeptanz von Klimaschutz- sowie Klimaanpassungsmaßnahmen.

Was ist ein Klimacheck?

Ein Klimacheck ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug, um Klimaschutz und/oder Klimafolgenanpassung auf kommunaler Ebene zu verankern. Ein Klimacheck ist eine interne Entscheidungshilfe für die Abwägung kommunaler Beschlussverfahren und ermöglicht es Kommunen und kommunalen Entscheidungsträgern, fundierte und klimabewusste Entscheidungen zu treffen.

Ein Klimacheck macht klimarelevante Auswirkungen kommunaler Vorhaben sichtbar und wird verbindlich in den Entscheidungsprozess einbezogen – ähnlich wie bei finanziellen, sozialen oder rechtlichen Prüfungen. Eine solche Festlegung schafft Verbindlichkeit und sorgt dafür, dass die Berücksichtigung klimarelevanter Aspekte nicht von einzelnen Personen abhängen, sondern dauerhaft im Verwaltungshandeln verankert sind. Ein Klimacheck ist dabei ein zweistufiger Prozess, indem zuerst geprüft wird, ob das Vorhaben eine Klimawirkung hat (positiv/negativ/neutral). Anschließend wird anhand von Leitfragen und Indikatoren die Ausprägung des Klimarelevanz festgestellt.

Wichtig:
Ein Klimacheck bedeutet keine automatische Ablehnung von Vorhaben mit negativer Klimawirkung und hat keine Bindungswirkung. Vielmehr sorgt er dafür, dass die Auswirkungen auf das Klima mit Weitblick messbar, transparent und vergleichbar in Entscheidungen einfließen und neutral geprüft wird, ob die Verwaltung alle Optionen zum klimafreundlichen Handeln geprüft hat.

Konsequenzen bei negativer Bewertung im Klimacheck

Fällt der Klimacheck negativ aus, bedeutet das: Das geplante Vorhaben hat eine nachweislich ungünstige Wirkung auf das Klima. In diesem Fall sollten sich Kommunen zwei zentrale Fragen stellen:

  • Gibt es klimafreundliche Alternativen, die das Ziel des Projekts ebenfalls erfüllen? 
  • Können die negativen Klimaauswirkungen durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen oder kompensiert werden?

Lassen sich weder Kompensationen noch klimaverträgliche Alternativen umsetzen, sollte die Kommune das Vorhaben konsequent überdenken oder ablehnen. So wird sichergestellt, dass kommunale Entscheidungen mit den Klimazielen vereinbar bleiben und nachhaltige Entwicklung aktiv gefördert wird.

Mit Klimachecks kommunale Vorhaben nachhaltig bewerten.

Chancen für Kommunen

Warum sind Klimachecks wichtig?

Klimaschutz braucht nicht nur große Strategien, sondern auch konkrete Entscheidungshilfen im kommunalpolitischen Alltag. Jede Maßnahme einer Gemeinde wirkt sich auf Energieverbrauch, Emissionen, Flächen oder Verkehr aus. Klimachecks sind für Kommunen also wichtig, weil sie:


Klima-Berücksichtigungsgebot
§13 Bundes-Klimaschutzgesetz (2019)
„Die Träger öffentlicher Aufgaben haben bei ihren Planungen und Entscheidungen den Zweck dieses Gesetzes und die zu seiner Erfüllung festgelegten Ziele zu berücksichtigen. Die Kompetenzen der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände, das Berücksichtigungsgebot innerhalb ihrer jeweiligen Verantwortungsbereiche auszugestalten, bleiben unberührt.“

Was gehört in einen Klimacheck?

Klimachecks können Exceltabellen, digitale Tools oder ausfüllbare PDF-Dokumente sein. Jede Gemeinde kann selbst entscheiden, welche Form für ihre Entscheidungen am besten geeignet ist. Dabei ist ein Klimacheck kein starres Formular, sondern ein flexibler Bewertungsrahmen, der an die individuellen Bedürfnisse der Kommunen angepasst ist. Folgende Punkte kann ein Klimacheck umfassen:

Je nach Kommune oder Projektgröße kann der Check erweitert oder vereinfacht werden. Viele Kommunen nutzen eine Ampelbewertung oder Punktesystem, um Klimaauswirkungen leichter vergleichbar zu machen. Für die Erstellung der Leitfragen kann es helfen, sich an bereits bestehenden kommunalen Konzepten oder Leitzielen, wie einem Nachhaltigkeitsbericht oder Klimaschutzkonzept, zu orientieren.


Verantwortlichkeiten für Klimachecks in Kommunen

Damit Klimachecks in der kommunalen Praxis wirksam umgesetzt werden, braucht es klare Zuständigkeiten und festgelegte Abläufe. In der Praxis haben sich dafür unterschiedliche Organisationsmodelle etabliert - je nach Größe, Struktur und personellen Ressourcen einer Gemeinde. Grundsätzlich gilt: Je klarer die Rollen verteilt sind, desto besser funktioniert der Klimacheck im Alltag.

Zentrale Verortung

Bei einer zentralen Lösung liegt die Verantwortung für Klimachecks bei einer festgelegten Stelle, etwa beim Klimaschutzmanagement, im Hauptamt oder in einer zentralen Steuerungseinheit. Diese koordiniert die Verfahren, prüft Vorhaben oder unterstützt die Fachbereiche bei der Bewertung.

Der Vorteil liegt in klaren Zuständigkeiten und einer einheitlichen Bewertung. Gerade zum Einstieg sorgt dieses Modell für Übersicht und Verbindlichkeit. Gleichzeitig besteht die Gefahr von Kapazitätsengpässen.

Dezentrale

Alternativ können Klimachecks auch dezentral umgesetzt werden. Hier führen die jeweiligen Fachämter die Klimachecks durch. Das kann zum Beispiel das Bauamt oder das Liegenschaftsmanagement sein – je nachdem, wo das Vorhaben angesiedelt ist. Die Verantwortung liegt bei der jeweils projektverantwortlichen Stelle. Unterstützend kann das Klimaschutzmanagement oder die umweltbeauftragte Person beratend tätig werden. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Mitzeichnungspflicht eingeführt werden, um die Ergebnisse abzusichern.

Dieses Modell fördert Eigenverantwortung und eine frühe Berücksichtigung von Klimaaspekten. Ohne klare Leitfragen oder Begleitung kann die Anwendung jedoch nicht einheitlich ausfallen.


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