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Zukunft Wärme

Gemeinsam die Wärmewende gestalten – lokal, effizient und nachhaltig.

Die Wärmeversorgung in Bayern steht vor einem Wandel. Während Strom aus erneuerbaren Energien bereits stark ausgebaut wird, liegt im Wärmesektor noch enormes Potenzial. Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz. Es geht um Versorgungssicherheit, stabile Preise und regionale Wertschöpfung. Auch immer mehr Gemeinden und interkommunale Zusammenschlüsse erkennen: Die Zukunft liegt in regionalen Wärmequellen und intelligenten Wärmenetzen. Statt jedes Gebäude einzeln mit Öl- oder Gasheizungen zu versorgen, wird Wärme zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz verteilt. So können auch erneuerbare Energiequellen genutzt werden, die für einzelne Gebäude oft nicht wirtschaftlich wären.


Aktueller Stand der regenerativen Wärmeerzeugung in Bayern

Heute stammen in Bayern bereits große Teile der erneuerbaren Wärme aus regional verfügbaren Ressourcen wie Holz, Biomasse oder Biogas. Allein Biomasse deckt rund ein Viertel der gesamten Wärmebereitstellung im Freistaat ab und ist damit der wichtigste erneuerbare Energieträger im Wärmesektor - Tendenz steigend.

Aus eigener Energie entsteht neue Unabhängigkeit.

Wärme aus der Region – Energie, die verbindet

NahwärmeFernwärme und Gebäudenetze schaffen flexible Lösungen für jede Kommune - vom Weiler und Dorf bis zur Kleinstadt. Die Systeme liefern Wärme aus zentralen, regenerativen Quellen direkt in Haushalte und öffentliche Gebäude - sauber, sicher und wirtschaftlich. Die Vorteile auf einen Blick:

  • Stärkung der regionalen Energieunabhängigkeit
  • Nutzung heimischer Ressourcen statt teurer Importe
  • Geringere CO₂-Emissionen durch erneuerbare Brennstoffe
  • Planbare, stabile Wärmepreise
  • Mehr Wertschöpfung bleibt in der Gemeinde
Wärme erzeugen, wo sie gebraucht wird. Mit Energie aus der Region.

Nahwärme – lokal denken, gemeinsam profitieren

Nahwärmenetze versorgen Haushalte, öffentliche Gebäude und Betriebe über kurze Leitungswege mit einer zentralen Wärmeerzeugung. Die Wärme stammt oft aus ErdwärmekollektorenBiomasseheizwerken, Hackschnitzelanlagen, Wärmepumpen oder Solarthermieflächen. So entsteht ein robustes, lokales System, das Ressourcen nutzt, die die Gemeinden oder ILEs bereits haben.

Fernwärme – effizient im Verbund

Fernwärme eignet sich besonders dort, wo größere Wärmemengen über längere Strecken verteilt werden.
Energie aus industrieller Abwärme, Biomasseheizkraftwerken oder tiefer Geothermie kann so mehrere Ortschaften oder Stadtteile effizient versorgen. Gerade in Regionen mit bestehender Infrastruktur kann Fernwärme eine kosteneffiziente und klimafreundliche Ergänzung zu lokalen Lösungen sein.

Gebäude-Netze – Wärmeautarkie im kleinen Maßstab

Nicht jedes Wärmenetz muss gleich einen ganzen Ort versorgen. Gerade auf dem Land bieten sich Gebäudenetze besonders gut an, egal ob zwischen Nachbarn in einer Dorfsiedlung oder in einem Weiler. Gebäudenetze versorgen nur wenige, direkt verbundene, eng beieinanderliegende Gebäude - etwa Rathaus, Wohngebäude und Feuerwehrgerätehaus. Das lohnt sich vor allem dort, wo kurze Wege, wenig Aufwand und individuelle Lösungen zählen. Sie nutzen häufig Wärmepumpen, Pellets oder Solarthermie und ermöglichen einfache, kostengünstige Lösungen.


Wärmepumpen
Wärmepumpen sind eine zukunftssichere und nachhaltige Lösung zur Wärmeversorgung und Gebäudekühlung - ideal für kommunale Gebäude, Schulen, Rathäuser und Wohngebäude.

Instrumente für Kommunen

Die Wärmewende beginnt oft im Rathaus

Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Wärmewende. Sie können Rahmenbedingungen schaffen, Projekte anstoßen und Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen beim Umstieg auf nachhaltige Wärme unterstützen. So wird die regenerative Wärmeversorgung nicht dem Zufall überlassen, sondern entsteht systematisch.

Kommunale Planung als Schlüssel
Über die Bauleitplanung können Gemeinden wichtige Voraussetzungen für nachhaltige Wärme schaffen. Bereits bei der Entwicklung neuer Baugebiete lassen sich langfristige Lösungen mitdenken.
Mögliche Ansätze sind zum Beispiel Festsetzungen im B-Plan, etwa zur Nutzung erneuerbarer Energien oder zum Anschluss an ein (kaltes) Nahwärmenetz.
Anreize für Bürger und Unternehmen schaffen
Neben der Planung können Kommunen auch durch gezielte Anreize den Ausbau nachhaltiger Wärme unterstützen. Dazu gehören:
• kommunale Förderprogramme für Wärmepumpen, Solarthermie oder den Anschluss an (kalte) Nahwärmenetze
• Zuschüsse für Energieberatungen
• Förderung von Gebäudesanierungen
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Informationsveranstaltungen, Energieberatungsaktionen oder Wärmetage helfen, das Thema sichtbar zu machen. Denn Akzeptanz wächst dort, wo Menschen verstehen, wie sie persönlich profitieren – durch stabile Preise, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Eine Möglichkeit sind "Beratungen von Bürgern für Bürger" - diese senken die Hemmschwelle und fördern den Wissensaustausch.
Kommunale Wärmeplanung
Wer heute plant, sichert morgen Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit.
Energie-Atlas Bayern
Finden Sie die Wärmebedarfsdichten, Wärmenetze und Abwärmequellen in Ihrer Nähe heraus.

Förderung und Unterstützung

Der Ausbau (kalter) Nahwärmenetze wird über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt. Fördervoraussetzung ist dabei eine Machbarkeitsstudie, welche mit 50 % ebenfalls gefördert wird. Eine Unterstützung aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung Bayern über eine (einfache) Dorferneuerung ist möglich. Klären Sie Details frühzeitig mit dem jeweils zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung ab. Weitere Infos finden Sie in der Dorferneuerungsrichtlinie.


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