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Carsharing

Teilen statt besitzen

Autos werden oft nur wenig genutzt. In Deutschland stehen sie im Durchschnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt still. Daher sind sie mehr "Stehzeug“ als Fahrzeug. Carsharing nutzt Fahrzeuge deutlich effizienter: Laut Bundesverband Carsharing e. V. kann ein Carsharing-Auto durchschnittlich 10,7 private PKW ersetzen.

Hinzu kommt der hohe Flächenbedarf: Ein privater PKW benötigt im Alltag ca. vier Stellplätze, etwa am Wohnort, am Arbeitsplatz oder beim Einkaufen. Diese Parkflächen beanspruchen wertvollen Raum in unseren Dörfern. Carsharing kann diese ineffiziente Nutzung von Fahrzeugen deutlich verbessern. Gleichzeitig trägt das Modell dazu bei, Verkehrsflächen zu reduzieren und eine nachhaltigere Mobilität im ländlichen Raum zu fördern.

Carsharing bietet flexible Mobilität ohne eigenes Auto und hat sich als nachhaltige Mobilitätsoption im ländlichen Raum bereits bewährt. Besonders für Menschen, die nur gelegentlich ein Auto benötigen, ist Carsharing eine praktische Alternative zum eigenen Fahrzeug. 

Der Bedarf an einem eigenen Auto ist gerade auf dem Land hoch, da der öffentliche Nahverkehr nicht überall eine alltagstaugliche Alternative bietet. Viele Haushalte besitzen deshalb neben dem Hauptfahrzeug auch Zweit- oder Drittwagen, die oft nur für kurze Fahrten genutzt werden und die meiste Zeit stehen. Hier setzt Carsharing an: Durch gemeinsam genutzte Fahrzeuge kann der Bedarf an zusätzlichen Autos reduziert werden. Besonders in Kombination mit Bus, Bahn oder Fahrrad ermöglicht Carsharing mehr flexible Mobilität auf dem Land, spart Kosten und schont gleichzeitig Klima und Ressourcen. Erfolgreiche Beispiele zeigen, dass auch kleinere Gemeinden von gemeinschaftlich genutzten Fahrzeugen profitieren.

Weniger Autos, mehr Platz im Dorf.

Grafik anklicken und erfahren, wie viel 18.000 Carsharing-Fahrzeuge bewirken.

Was Carsharing leistet - Vorteile für Gemeinden und Bevölkerung

Carsharing lässt sich auch in kleineren Gemeinden gut umsetzen. Durch gemeinsam genutzte Fahrzeuge entsteht mehr Flexibilität im Alltag, während Straßen und Parkflächen entlastet werden.Carsharing kann dazu beitragen, das Mobilitätsverhalten langfristig zu verändern und die Mobilitätswende vor Ort zu unterstützen.

Auch wirtschaftlich bietet Carsharing Vorteile: Nutzende sparen Kosten für Anschaffung, Versicherung, Wartung und Reparaturen eines eigenen Fahrzeugs. Gemeinden profitieren zusätzlich von weniger Parkraumbedarf und neue Freiräume entstehen im Ortskern - etwa für Grünflächen, Aufenthaltsbereiche oder sichere Wege für Fuß- und Radverkehr.


Welche Carsharing-Formen gibt es?

Privates Carsharing

Beim privaten Carsharing stellen Privatpersonen ihr eigenes Auto zum Teilen zur Verfügung oder schließen sich mit Nachbarn, Vereinen oder Gruppen zusammen, um ein Fahrzeug und dessen Kosten gemeinsam zu tragen. Buchung und Organisation erfolgen häufig über Online-Plattformen für privates Carsharing, über die Fahrzeuge reserviert und Abrechnungen geregelt werden können. In unserem Leitfaden für Privates Carsharing erfahren Sie, wie privates Carsharing funktioniert.

    Öffentliches Carsharing

    Stationsbasiertes Carsharing ist auf dem Land am weitesten verbreitet. Die Fahrzeuge stehen an einem festen Stellplatz, an dem das Fahrzeug abgeholt und nach der Nutzung wieder zurückgebracht wird. Besonders geeignet sind zentrale und gut sichtbare Standorte, etwa am Rathaus, am Bahnhof oder an zentralen Plätzen im Ort. Dort ist die Bevölkerungsdichte meist höher, sodass das Angebot von mehr Menschen genutzt werden kann. Ein Vorteil des stationsbasierten Carsharings ist die gute Planbarkeit: Fahrzeuge können häufig schon mehrere Tage oder Wochen im Voraus über eine App oder eine Onlineplattform reserviert werden. Gleichzeitig sind - sofern ein Fahrzeug verfügbar ist - auch spontane Buchungen möglich. Dieses Modell gilt zudem meist als kostengünstigste Form des Carsharings und eignet sich daher besonders für kleinere Gemeinden und kommunale Zusammenschlüsse.

    Beim Free-Floating-Prinzip gibt es keinen festen Stellplatz. Die Fahrzeuge stehen innerhalb eines definierten Geschäftsgebiets verteilt im öffentlichen Raum. Nutzende können verfügbare Autos über eine Smartphone-App finden, buchen und nach der Fahrt an einem beliebigen Ort innerhalb des Gebiets wieder abstellen.

    Im Vergleich zum stationsbasierten Modell ist die Nutzung jedoch weniger planbar. Eine Reservierung ist oft nur kurz vor Fahrtbeginn möglich und sowohl der Standort eines freien Fahrzeugs als auch dessen Verfügbarkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt können variieren. Dieses Modell ist daher vor allem aus größeren Städten bekannt, in denen viele Fahrzeuge im Einsatz sind.

    Viele ländliche Kommunen arbeiten beim Aufbau von Carsharing-Angeboten mit externen Dienstleistern zusammen. Diese stellen in der Regel die Buchungsplattform, Abrechnungssysteme und Fahrzeug-Telematik bereit. Ein Beispiel hierfür ist das Angebot im niederbayerischen Vilsbiburg.

    Zunehmend entstehen zudem Kombimodelle, die stationsbasiertes und Free-Floating-Carsharing verbinden. Beide Carsharing-Arten werden dabei in einer App zusammen angeboten. Weitere Informationen finden Sie in unserem Carsharing-Leitfaden.

    Mikromobilität und Sharing-Angebote auf dem Land

    Flexibel, nachhaltig, alltagstauglich

    Sharing-Angebote umfassen heute weit mehr als nur Autos. Immer häufiger gehören auch Roller, Fahrräder oder Lastenräder zu modernen Sharing-Systemen - etwa in den zwei Gemeinden im Landkreis Main-Spessart oder im Projekt AllgaEu-mobil.

    Mikromobilität wie E-Bikes, Elektroroller oder Lastenräder bietet großes Potenzial für Sharing-Systeme und nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum. Die platzsparenden Fahrzeuge stehen meist an zentralen Standorten bereit und können spontan ausgeliehen werden. So erhalten viele Menschen Zugang zu klimafreundlicher Mobilität, ohne ein eigenes Fahrzeug besitzen zu müssen - ressourcenschonend und bequem.

    Für kurze Strecken sind (E-)Fahrräder und E-Roller bequeme und emissionsarme PKW-Alternativen -  etwa für den Weg zum Bahnhof, zum Einkaufen im Ort oder ins Nachbardorf. Auch Jugendliche unter 18 Jahren bleiben mobil, unabhängig vom ÖPNV oder den Eltern. Da viele Sharing-Fahrzeuge elektrisch betrieben sind, vermeiden sie Emissionen und stärken klimafreundliche Mobilität. 

    Carsharing ergänzt den ÖPNV und macht mobil, wo Bus und Bahn fehlen.

    Im ländlichen Raum gibt es bislang noch vergleichsweise wenige Mikromobilitätsangebote. Häufig fehlen sichere Radwege und Bedenken wie Regen, Stauraum oder Wetterresistenz bremsen die Akzeptanz.

    Mikromobilität ersetzt keine Hauptverkehrsmittel, erweitert aber die Auswahl an umweltfreundlichen Mobilitätsoptionen. Viele kurze Wege lassen sich so klimafreundlich zurücklegen - und damit Autokilometer und Emissionen reduzieren.

    Mobilitätsstationen

    Werden verschiedene Mobilitätsformen an einem Standort bereitgestellt, handelt es sich um sogenannte Mobilitätsstationen. Nutzende können dort verschiedene Verkehrsmittel flexibel kombinieren und nahtlos zwischen Bus, Bahn, Auto oder Fahrrad wechseln. Mobilitätsstationen zeigen, wie Sharing und Mikromobilität zusammenspielen können - etwa das Projekt mümo im Landkreis Mühldorf. Dort wird sichtbar, wie Sharing-Angebote die Mikromobilität im Alltag stärken und den Zugang zu nachhaltiger Fortbewegung erleichtern.


    Schritte auf dem Weg zum Carsharing-Angebot

    Der Einstieg in Carsharing-Projekte beginnt oft mit einer Bestandsaufnahme: Welche Mobilitätsangebote gibt es bereits? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Und welche Fahrzeuge stehen im kommunalen Fuhrpark bereit? Auf dieser Grundlage lassen sich passende Modelle entwickeln - von der Kooperation mit Carsharing-Anbieter bis hin zu gemeinschaftlich organisierten Lösungen mit lokalen Akteuren.

    Im nächsten Schritt werden Verantwortlichkeiten geklärt, geeignete Fahrzeugstandorte ausgewählt und das Angebot verständlich kommuniziert. Klare Regeln, einfache Buchungssysteme und eine gezielte Ansprache der Nutzer sind entscheidend, damit Carsharing in der Gemeinde angenommen wird und langfristig funktioniert.


    Erfolgsfaktoren von Carsharing in Landgemeinden

    Nutzung des Carsharing Angebotes durch die Kommunalverwaltung und lokale Vereine. Das erhöht die Akzeptanz, deckt die Kosten und steigert die Auslastung.

    Amtliche Carsharing-Plakette
    Carsharingfahrzeuge, an denen die amtliche Carsharing-Plakette gut sichtbar angebracht wird, räumen den Nutzenden Privilegien, wie vergünstigte Parkplatzgebühren oder das Parken auf ausgewiesenen Carsharingparkplätzen ein. Weitere Informationen zur Carsharingplakette gibt es im Leitfaden "Umsetzung des Carsharinggesetzes und der Landesgesetze" vom Bundesverband CarSharing e.V.

    Downloads und Hilfestellungen

    Weitere Informationen zum Thema Carsharing stellen der Bundesverband CarSharing e.V. oder das Umweltbundesamt bereit.