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Mitfahrplattform fahrmob.eco im Oberallgäu

Fahrgemeinschaften sparen CO₂ und unterstützen Vereine

Den Autoverkehr reduzieren, Treibhausgase einsparen und dabei das Vereinsleben in der Region unterstützen – das soll mit der Mitfahrplattform fahrmob.eco im Oberallgäu erreicht werden. Seit der Übernahme der Zuständigkeit über die Mitfahrplattform fahrmob.eco im Bereich Oberallgäu durch den Regionalentwicklung Oberallgäu e.V. im November 2022, ist die Zahl der registrierten Fahrer rasant gestiegen.

Erfolgreiche Entwicklung seit 2022

Entwickelt wurde die Mitfahrplattform von Helmut Scharpf aus Ottobeuren. Die Idee dahinter: auf der Plattform werden Fahrten angeboten und gebucht, der Mitfahrende entrichtet Benzingeld. Dieses Geld wird dann am Ende des Jahres an einen, vom Mitfahrenden gewählten, Verein in der Region gespendet. Während zu Beginn in 18 Oberallgäuer Kommunen sind inzwischen 70 Vereine und 550 Nutzende registriert waren, sind es im Frühjahr 2026 bereits über 4000 registrierte Fahrer, die seitdemmehr als 90.000 Kilometer zurücklegten.

Eine erfreuliche Entwicklung. Denn auch im Oberallgäu ist die Anzahl der Pkws hoch, die Besetzung allerdings gering. Das Teilen des Autos erfordert ein Umdenken, könnte aber vor allem im Berufsverkehr zu großen Entlastungen führen. „Der Weg zwischen Wohn- und Arbeitsort bietet viel Potenzial. Gerade im ländlichen Bereich, wo vielerorts oftmals schwer auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen werden kann, können Fahrgemeinschaften eine gute Möglichkeit sein, um Kraftstoffkosten und den CO2 Ausstoß zu senken", denkt Projektleiterin Sarah Schmidberger vom Regionalentwicklungsverein.

2025 erhielt fahrmob.eco den Bayerischen Verkehrssicherheitspreis.

Potenzial im Berufsverkehr

Eine Studie von Agora Verkehrswende (2022) besagt, dass der Weg zur Arbeit zwischen zehn und 50 Kilometern beträgt. Durchschnittlich sind es 16 Kilometer. 63 Prozent dieser Berufswege werden mit dem Auto zurückgelegt. Und so gut wie immer fahren die Beschäftigten allein. Nur vier Prozent sind Mitfahrerin oder Mitfahrer. „Hier haben wir einen Punkt an dem wir ansetzen können. Gleichzeitig möchten wir aber auch die spontanen Fahrten nicht vernachlässigen. So oder so, es bietet sich uns hier ein großes Potenzial und wir arbeiten daran, noch mehr fahrmob-Nutzende mit ins Boot zu holen“, so Schmidberger. „Mit dem Projekt möchten wir den klimafreundlichen Verkehr stärken. Im Oberallgäu gibt es täglich allein rund 82.000 Pendlerbewegungen. Dazu kommen Fahrten für Erledigungen des Alltags und und und. Sich hierbei zusammen zu schließen, Kilometer und Fahrtkosten zu sparen, neue Bekanntschaften zu knüpfen und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun, sind gute Gründe, um fahrmob in die Fläche zu bringen.“

Mitfahrplattform fahrmob bietet neue Telefonzentrale für Fahrtenbuchungen

Die Nutzung der Mitfahrplattform ist einfach: Interessierte registrieren sich auf der Plattform und können Fahrten anbieten bzw. annehmen. Bei der Registrierung wählt jeder Nutzer einen favorisierten Verein für den er fährt und dem er freiwillig am Ende des Jahres die eingenommenen Fahrtkosten (1 Euro pro angefangene 10km) spenden kann. 

Wir haben gemerkt, dass das Thema auch bei älteren Personen großes Interesse weckt, die nicht mehr so mobil unterwegs sein können. Für sie ist die digitale Nutzung oft eine Hürde, deshalb versuchen wir hier eine Schnittstelle zu schaffen, um alle mit ins Auto zu holen.
Sarah Schmidberger

Zu Beginn war das Anbieten und Buchen von Fahrten nur per App oder im Browser möglich. Erweitert wurde später das Angebot um telefonische Buchungen. Personen, die keinen Zugang zum Internet haben, können somit auch das Angebot nutzen. Die Regionalentwicklung Oberallgäu, die das Gesamtprojekt betreut, bietet die fahrmob-Telefonzentrale an. Die Mitarbeiterinnen dort nehmen den Fahrtwunsch entgegen und suchen auf der Mitfahrplattform nach passenden Angeboten. Ist eine entsprechende Fahrt vorhanden, wird der Kontakt zwischen dem Fahrenden und dem Mitfahrenden hergestellt. 

Gefördert wird das Projekt durch die Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung mit 165.859,00 Euro. Abgedeckt werden im Modellprojekt drei wichtige Bereiche: die Stärkung der Mobilität im ländlichen Raum, der Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz sowie die Stärkung der Dorfgemeinschaft, des Ehrenamts und der Kultur der Vereine. Zudem sollen die Möglichkeiten ausgelotet werden, ob und wie die Mitfahrplattform allgäuweit weiterentwickelt und flächendeckend im bayerischen Raum eingesetzt werden kann.

Datum
5. Januar 2024
Regierungsbezirk
Schwaben
Themen
Mobilität, Carsharing