Glossar
Glossar
Ihr Wegweiser in eine nachhaltige Zukunft!
Von Solarenergie bis E-Mobilität: In unserem Glossar finden Sie präzise Erklärungen zu Schlüsselbegriffen der Energiewende, Klimafolgenanpassung und umweltfreundlichen Verkehrslösungen für den ländlichen Raum.
Energieeinsparung bedeutet, den eigenen Energiebedarf zu senken, meist durch Verzicht. Das heißt, wir ändern unser Verhalten, sodass wir weniger Energie verbrauchen.
Effizienz hingegen beschreibt das Verhältnis zwischen der eingesetzten Energie und dem damit erzielten Nutzen. Hier wird also nicht auf etwas verzichtet, sondern durch höhere Effizienz, also zum Beispiel geringere Verluste durch modernere Technik, weniger Energie verbraucht. Energieeffizienz führt im Endeffekt auch zu Energieeinsparungen.
Achtung: Effizientere Technik führt nicht immer zu weniger Energieverbrauch, es kann sogar passieren, dass der Energieverbrauch steigt (Rebound-Effekt). Grund dafür ist, dass sparsamere Geräte oft sorgloser und länger genutzt werden, in der Annahme, sie verbrauchen ohnehin wenig Energie. Dies kann dann aber zu dem letztendlich höheren Energieverbrauch führen.
Im Vergleich zur Treibhausgasneutralität geht die Klimaneutralität einen Schritt weiter. Bei der Klimaneutralität werden nicht nur die Treibhausgase betrachtet, die bspw. eine Kommune ausstößt, sondern alle menschlichen Aktivitäten, die das Klima beeinflussen, berücksichtigt. Dazu zählen Bodenversiegelung und Flächenverbrauch durch Straßen- oder Siedlungsbau, Landnutzungsänderung oder der Einfluss auf lokale Ökosysteme. Klimaneutralität ist also ein ganzheitlicher Ansatz und erst erreicht, wenn alle Handlungen keine negativen Auswirkungen mehr auf das Klima haben.
Hinweis: Häufig werden die Begriffe Klimaneutralität und Treibhausgasneutralität synonym benutzt. Bei Unsicherheiten sollte die Definition geklärt werden.
Beim Klimaschutz-Monitoring werden Indikatoren und verschiedene Datenstände abgebildet, die die Entwicklung der Treibhausgasemissionen dokumentiert und so den Fortschritt der eigenen Klimaschutzaktivitäten dokumentiert. Diese schafft nicht nur Transparenz, sondern auch die notwendige Datengrundlage für weitere, daran angepasste Klimaschutzaktivitäten
Wird Strom, der etwa von einer großen PV-Anlage erzeugt wird, ins Stromnetz eingespeist, erhält der Betreiber normalerweise eine Vergütung nach dem gültigen EEG. Doch immer häufiger ist diese Einspeisevergütung nicht mehr attraktiv – oder ist nach 20 Jahren Laufzeit bereits ausgelaufen. Power Purchase Agreements (PPA) bieten hier eine Alternative.
Ein PPA ist ein Abnahmevertrag, der direkt zwischen dem Stromerzeuger und dem Stromabnehmer geschlossen wird. Darin werden etwa die Liefermengen, der Preis oder die Vertragslaufzeit festgesetzt. PPAs können die Preise für beide Parteien stabil halten: wer Strom erzeugt, kann mit entsprechenden Einnahmen, wer Strom verbraucht, mit entsprechenden Kosten kalkulieren.
PPAs sind damit eine Möglichkeit, den Ausbau von erneuerbaren Energien in der Region voranzutreiben. Ein Beispiel: eine Kommune plant den Bau eines Solarparks im Gemeindegebiet; ein dort ansässiges Unternehmen benötigt mehr Strom, als es auf dem Betriebsgelände erzeugen kann. Mithilfe eines PPA können beide Parteien zusammenkommen. Das Unternehmen wird für die nächsten Jahre Käufer des Stroms aus dem Solarpark und zahlt je Kilowattstunde einen festgelegten Preis. Abnehmen kann das Unternehmen entweder den gesamten in der Anlage produzierten Strom oder eine feste Liefermenge.
Noch sind PPAs im Bereich der erneuerbaren Energien nicht die Regel, sie gewinnen aber in den letzten Jahren vermehrt an Aufmerksamkeit. Um interessierte Stromerzeuger und -abnehmer an das Thema heranzuführen, hat die Marktoffensive Erneuerbare Energien kürzlich einen Leitfaden herausgegeben. Für die konkrete Ausgestaltung eines PPA wird grundsätzlich ein erfahrener rechtlicher Beistand empfohlen.
Renaturierung oder Revitalisierung bedeutet, dass Fließgewässer oder stehende Gewässer aufgeweitet und wieder naturnah gestaltet werden. Dadurch wird dem Gewässer mehr Raum gegeben und Fließgeschwindigkeiten reduziert. Eingeengte Dorfbäche können bspw. angehoben und/oder Strukturelemente wie große Steine eingebaut werden. Typischerweise wird die Uferfläche erweitert und bepflanzt. Hier findet übertretendes Wasser im Starkregenfall mehr Platz und kann leichter versickern, anliegende Gebäude können so besser vor Hochwasser und Sturzfluten geschützt werden. Voraussetzung ist, dass im Dorf genug Platz für die Renaturierung des Gewässers ist. Gerade in eng bebauten Ortschaften kann dies eine Herausforderung sein.
Widerstandsfähig ggü. den Klimawandelfolgen. Folgendes Beispiel dient zur Veranschaulichung: Klimaresiliente Baumarten (z.B. Rotahorn) sind Pflanzen, die den Klimawandelfolgen wie Trockenheit, Hitze, Starkregen oder Sturm besser standhalten und so resilienter/widerstandsfähiger ggü. diesen Auswirkungen sind, als andere Baumarten.
Hinweis: Im Stadtgrün Onlinetool des Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie finden Sie eine interaktive Datenbank mit klimaresilienten Baumarten.
Flächen, die während Trockenphasen bspw. als Park oder Spielplatz genutzt werden. Diese liegen meist etwas tiefer und werden bei Starkregen oder Hochwasser gezielt geflutet, um so Wasser kontrolliert zurückzuhalten.
Fallen in kurzer Zeit große Mengen Regen, spricht man von einem Starkregenereignis. Hierbei fallen 5 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 5 Minuten bzw. 17 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde.
Ziel der Treibhausgasneutralität ist es, keine klimawirksamen Gase (CO2, Methan, Lachgas oder sog. F-Gase) mehr freizusetzen und unvermeidbaren Ausstoß zu reduzieren oder durch entsprechende Maßnahmen auszugleichen. Es entsteht ein Gleichgewicht zwischen dem Ausstoß und dem Abbau klimawirksamer Gase aus der Atmosphäre, bspw. durch „Senken“, wie Moore, Wälder oder Böden. Der Fokus liegt bei der Treibhausgasneutralität auf den Emissionen - Treibhausgasneutralität ist erreicht, wenn diese „Netto-Null“ sind.
Da die klimawirksamen Gase sich unterschiedlich stark auf das Klima auswirken, werden sie in CO2-Äquivalente umgerechnet und so messbar gemacht. Im Gegensatz zur Klimaneutralität, ist die Treibhausgasneutralität weniger ambitioniert, bildet aber durch die Messbarmachung der Emissionen eine wichtige Basis, um gezielt Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.
Ein Beispiel für die Reduktion der Treibhausgase in einer Treibhausgasbilanz ist, wenn die Kommunalverwaltung den Fuhrpark durch E-Fahrzeuge ersetzt – die Emissionen sinken. Die unvermeidbaren Restemissionen werden durch Maßnahmen, wie Aufforstungen oder den Kauf von Moorzertifikaten ausgeglichen – damit ist die Bilanz an dieser Stelle „Netto-Null“.
Hinweis: Häufig werden die Begriffe Klimaneutralität und Treibhausgasneutralität synonym benutzt. Bei Unsicherheiten sollte die Definition geklärt werden.
Im natürlichen Wasserkreislauf versickern Niederschläge im Boden. Damit werden nicht nur negative Folgen von Starkniederschlägen wie Hochwasser und Überschwemmungen vermindert, das versickernde Wasser trägt außerdem zur Grundwasserneubildung bei. Durch zunehmende Versiegelung, bspw. durch den Bau von Straßen oder Häusern, fließt Regenwasser zunehmend oberflächlich ab und wird in das Kanalsystem geleitet. Letztere überlasten und verstärken die Gefahren von Starkregen. Um die Versickerung künftig weiterhin zu fördern, sind wasserdurchlässige Beläge und Entsieglungsmaßnahmen notwendig.