Klimaschutz durch Moorbodenschutz
Moore bewahren – Klima schützen
Moore sind Bayerns stille Klimaschützer. Beim Klimaschutz denken wir zuerst an weniger Fliegen, Windkraftanlagen oder E-Autos. Doch auch unter unseren Füßen liegt großes Potenzial beim Klimaschutz. Was viele oft nicht wissen: Moorböden sind echte Klimahelden.
Moorbodenschutz ist unverzichtbar für den Klimaschutz
Gesunde, nasse Moorböden speichern auf kleiner Fläche große Mengen Kohlenstoff und wirken wie ein natürlicher Speicher für das Klima. Obwohl sie mit ca. 220.000 Hektar nur einen kleinen Teil der Landesfläche Bayerns ausmachen, speichern Moorböden sogar mehr Kohlenstoff als unsere Wälder. Werden Moore jedoch entwässert, setzen sie große Mengen Treibhausgase frei. Heute sind 95 % der bayerischen Moorböden entwässert (trockengelegt) und somit gefährdet. Rund die Hälfte dieser Flächen wird bspw. für die Landwirtschaft genutzt.
Durch die Entwässerung entweicht der im Moor gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist daher, etwa 25 % der Moorflächen bis 2040 zu renaturieren – eine Aufgabe, die wir nur zusammen meistern können. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort sollen Moorflächen wiedervernässt, Lebensräume geschützt und eine nachhaltige Bewirtschaftung ermöglicht werden.
Ein Moor, das intakt bleibt, bindet nicht nur CO2. Es kann auch Dörfer vor Überschwemmungen schützen, indem es bei langanhaltenden oder starken Niederschlägen Wasser festhält wie ein Schwamm. Zudem sind Moore wahre Biodiversitätshotspots. Moorschutz ist also auch aktiver Artenschutz.
Auch wenn die Renaturierung von Mooren komplex sein kann, gibt es bereits viele erprobte Strategien, um die natürliche Funktion wieder herzustellen. Durch Wiedervernässung, angepasste Bewirtschaftung und innovative Projekte können Gemeinden in Zusammenarbeit mit Landwirten und Flächenbesitzern aktiv zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz beitragen – und gleichzeitig Biodiversität, lokale Wertschöpfung sowie Wasserhaushalt stärken.
Erklärfilm: So schützen Moore unser Klima
Potenziale im ländlichen Raum
Was Kommunen tun können
Förderung und Unterstützung
Die Moorrenaturierung ist komplex, daher benötigt es Expertinnen und Experten, die Kommunen, Landwirte und Flächenbesitzer über die Möglichkeiten der Renaturierung informieren und sie bei der Maßnahmenumsetzung begleiten.
Bei der Ländlichen Entwicklung sind die Moorbeauftragten koordinierend und beratend tätig und begleiten mit ihrem Fachwissen die Moorprojekte. Ansprechpartner für die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben gibt es in den jeweiligen Ämtern der Ländlichen Entwicklung.
Um die Macherinnen und Macher beim Moorschutz zu unterstützen, wurden in Bayern und bundesweit Förderprogramme zum Moorschutz ins Leben gerufen. Die Förderprogramme 1.000 Moore und InAWi (Information, Aktivierung, Steuerung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden) des Aktionsplans Natürlicher Klimaschutz (ANK), können über das Easy-Online-Formular bei der ZUG beantragt werden.
In Bayern tragen das Donaumoos-Programm, die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien sowie das Moorbauernprogramm zum Moorschutz bei.
Downloads und Hilfestellungen
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