Fassadenbegrünung
Natürlich, kühlend, lebenswert
Fassaden sind weit mehr als "Gebäudehüllen" – sie sind ungenutzte Flächen mit großem Potenzial, denn sie bieten wertvolle Flächen für Begrünung, Kühlung und Artenvielfalt. Begrünte Hauswände verbessern das Mikroklima, speichern Regenwasser und machen das Ortsbild sichtbar attraktiver. Sie bieten eine wirksame Möglichkeit, bestehende Gebäude ohne zusätzlichen Flächenverbrauch aufzuwerten und spürbar an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Ob dörfliches Gemeinschaftshaus, Wohngebäude oder Schule: Fassadenbegrünungen lassen sich in nahezu jedem Umfeld umsetzen – einfach, effektiv und mit großem Mehrwert für Mensch, Natur und Ortsbild.
Schon lange werden Fassaden mit Rank- und Kletterpflanzen begrünt. In vielen Dörfern prägten Efeu, Spalierobstbäume, Weinreben oder Kletterrosen über Jahrzehnte das Ortsbild. Heute kommen neben diesen klassischen Lösungen auch moderne, wandgebundene Systeme zum Einsatz, die neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen. Je nach Gebäude, Budget und Zielsetzung stehen unterschiedliche Formen der Fassadenbegrünung zur Verfügung.
Kühlen, schützen, aufwerten: Fassadenbegrünung für lebenswerte Dörfer.
Chancen für Landkommunen
Bepflanzte Fassaden wirken wie eine natürliche Hülle und leisten einen mehrfachen Beitrag für Dorf und Umwelt:
Fassadenbegrünung macht Gebäude weicher, lebendiger und fügt sie harmonisch in die Umgebung ein. Gerade auf dem Land kann sie dazu beitragen, historische Dorfstrukturen zu stärken, versiegelte Flächen optisch aufzuwerten, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen und Ortskerne attraktiver und identitätsstiftender zu gestalten.
Warum Fassadenbegrünung jetzt wichtig ist
Hitzesommer, Trockenphasen und Starkregenereignisse sind längst auch im ländlichen Raum spürbar. Gleichzeitig sind viele Ortskerne stark versiegelt, Freiflächen begrenzt und Nachverdichtung ein zentrales Thema. Fassadenbegrünung setzt genau hier an:
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sie nutzt vorhandene Gebäude,
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wirkt sofort auf Mikroklima und Aufenthaltsqualität,
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ist vergleichsweise schnell umsetzbar,
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und lässt sich gut mit Sanierungen oder kleineren Maßnahmen kombinieren.
Damit ist sie eine niedrigschwellige, aber wirkungsvolle Maßnahme der klimaangepassten Dorfentwicklung.
Bodengebundene Fassadenbegrünung
Die einfachste und im ländlichen Raum am häufigsten umgesetzte Variante. Die Pflanzen wachsen direkt aus dem Boden vor der Fassade und klettern entweder an der Wand oder über Rankhilfen wie Seilsysteme, Gitter oder Spaliere empor.
Wandgebundene Fassadenbegrünung
Modern und platzsparend – hier werden Pflanzmodule, Rinnen oder Matten direkt an der Fassade befestigt. Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgen über ein integriertes, meist automatisches System. Wandgebundene Systeme sind aufwendiger in Planung, Bau und Pflege und werden daher vor allem bei Neubauprojekten oder Leuchtturmvorhaben eingesetzt, wenn baulich-technische Voraussetzungen gegeben sind.
Gut geplant ist halb begrünt - Planung, Pflanzenwahl und Pflege
Das gilt es zu beachten
Fassadenbegrünung kann an Neubauten ebenso eingesetzt werden wie an vielen Bestandsgebäuden. Wichtig ist eine intakte, tragfähige Fassade sowie eine Planung, die statische, bauphysikalische und ggf. brandschutztechnische Anforderungen berücksichtigt. Für langfristig erfolgreiche Projekte gilt:
Förderung und Unterstützung
Unterstützungsmöglichkeiten der Ländlichen Entwicklung
Für Projekte im Siedlungsbereich ist eine Unterstützung von Kommunen aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung Bayern über eine (einfache) Dorferneuerung möglich. Gewässerrenaturierungen in der Flur können auch über die Initiative boden:ständig oder das Förderprogramm FlurNatur unterstützt werden. Klären Sie Details frühzeitig mit dem jeweils zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung ab. Weitere Infos finden Sie in der Dorferneuerungsrichtlinie. Alternativ können Maßnahmen über die Städtebauförderung unterstützt werden.
Mehr Infos und Praxisbeispiele für Ihr Schwammdorf ...
erhalten Sie in der Broschüre „Schwammdorf –Wassersensible Dorfentwicklung“ – darin finden Sie technische Hinweise und Tipps für die Umsetzung im Gemeindegebiet.