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Gründächer

Der grüne Mehrwert für Landkommunen

Gründächer sind echte Alleskönner und bieten jede Menge Vorteile. Sie speichern nicht nur bei Starkregen wertvolles Niederschlagswasser, sondern machen das Dorf auch grüner, kühler und lebenswerter. So verbinden Gründächer ökologische Vorteile mit wirtschaftlichem Nutzen und steigern die Lebensqualität vor Ort. Wer auf’s Dach setzt, setzt auf die Zukunft – und das gleich mehrfach!

Generell können Dächer von Gebäuden, Carports und Garagen bepflanzt und dadurch extensiv oder intensiv begrünt werden. Aber auch Sporthallen, Mobilitätshubs, Fahrradüberdachungen oder Mülltonneneinhausungen eigenen sich für eine extensive Begrünung.

Jede begrünte Fläche zählt – auch über unseren Köpfen.

Gründächer in der Übersicht

Extensive Dachbegrünung

Diese Variante zeichnet sich durch eine dünne Substratschicht, eine geringe Aufbauhöhe (ca. 5 - 15 cm) und ein geringes Gewicht aus. Moose, Sedum-Arten sowie trockenheitsresistente Kräuter und Gräser gedeihen hier besonders gut. Sie eignet sich für Flach- und Schrägdächer bis etwa 30 Grad Dachneigung und benötigt nur wenig Pflege – meist reichen 1 bis 2 Kontrollen pro Jahr. Meist kommen sie bei Carport- oder Garagendächern zum Einsatz. Eine Bewässerung ist in der Regel nicht erforderlich. Extensive Gründächer sind die preisgünstigste Variante.

Multifunktionsgründächer - vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

  • Biodiversitätsgründach: Schafft artgerechte Lebensräume für heimische Pflanzen und Tiere.
  • Retentionsgründach: Speichert gezielt mehr Regenwasser und entlastet die Kanalisation.
  • Wassergründach: Integriert kleine Wasserflächen für zusätzlichen ökologischen Nutzen.
  • Solargründach: Die Kombination von Dachbegrünung und einer PV-Anlage lohnt sich mehrfach. Die Pflanzen kühlen die Photovoltaikmodule, sodass diese aufgrund der geringeren Umgebungswärme effizienter arbeiten und mehr Strom erzeugen. Die PV-Anlage spenden hingegen Schatten und schützen die Pflanzen bei längere Trockenheit.
Nutzpflanzengründächer ermöglichen den Anbau von Obst und Gemüse.

Intensive Dachbegrünung

Hier handelt es sich um eine dickere Substratschicht, die das Gewicht erhöht und die Bepflanzung einem Garten ähnelt. Stauden, Sträucher, kleine Bäume sowie Obst und Gemüse können hier wachsen. Die Aufbauhöhe beginnt ab ca. 15 cm. Intensive Begrünungen sind vor allem für Flachdächer mit geringer Dachneigung (max. 5 Grad) geeignet und erfordern eine regelmäßige Pflege. 


Die besten Gründe für mehr Grün auf dem Dach

Je nach Ausführung können Gründächer zwischen 50 und 90 Prozent des Regenwassers zurückhalten und entlasten so die Kanalisation deutlich. Das Wasser wird zeitversetzt abgegeben oder verdunstet, wodurch Überflutungen vorgebeugt wird. Zudem verbessern Gründächer die Gebäudedämmung, sparen Heiz- und Kühlkosten und schaffen Lebensräume für Insekten und andere Tiere. Die Verdunstung senkt die thermische Belastung auf den Dächern und kühlt somit die direkte Umgebung – vor allem während Hitzetagen und -perioden ist der Kühlungseffekt für die Bevölkerung von Vorteil. Zudem filtern die Pflanzen die Luft und auch Lärm wird durch die natürliche Dämmschicht reduziert. Nicht zuletzt schützt das Gründach die Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen und verlängert so ihre Lebensdauer. All diese Aspekte machen Gründächer zu einem echten Gewinn.

Gründächer erhitzen sich weniger als herkömmliche Dächer und kühlen im Winter weniger aus.

Darüber hinaus werten Gründächer das Ortsbild sichtbar auf. Werden intensive Dachbegrünungen realisiert, steigert dies die Lebensqualität, da sie neue Erholungsräume schaffen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die CO₂-Reduktion: Gründächer nehmen – je nach Bepflanzung und Aufbau – unterschiedliche Mengen an CO₂ auf und leisten so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Geringer Aufwand – große Wirkung

Das gilt es zu beachten

Ob beim Neubau oder nachträglich auf’s Bestandsgebäude – gerade extensive Gründächer lassen sich oft unkompliziert und kostengünstig nachträglich realisieren. Wichtig ist: 

  • Ausreichende Entwässerung durch Abläufe und Drainageschicht sicherstellen
  • Statik und Dichtigkeit des Daches prüfen
  • Zugang für Pflege und Wartung freihalten
  • Schutz des Daches vor Schäden durch Wurzeln sowie Brandschutz
  • Sicherungsmaßnahmen gegen das Abrutschen des Gründachaufbaus, insbesondere bei Dachneigungen ab 10°
Pflegehinweise extensive Dachbegrünung
Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. fasst in einer kompakten Broschüre Pflegehinweise für extensive Gründächer anschaulich zusammen. Neben Düngung, Nachsaat oder -pflanzung bei Fehlstellen, kann dies auch Mähen oder die Entfernung von Schnittgut umfassen.

Was Ihre Kommune jetzt tun kann

Die klimaangepasste Dorfentwicklung beginnt mit lokalem Engagement. Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Initiierung und Koordination von Schwammdorfmaßnahmen:

  • Gemeinderatsbeschluss zur Umsetzung von (Pilot)projekten → schafft Rückhalt und Verbindlichkeit
  • Auswahl geeigneter Gebäude für erste Maßnahmen
  • Lokale Vereine, Initiativen und Handwerksbetriebe einbinden
  • Bürgerinnen und Bürger informieren (Infoabende, Broschüren, Social Media, Gemeindezeitung/-App)
  • Förderprogramme nutzen

Förderung und Unterstützung

Auf der Website des Bundesverband GebäudeGrün e.V. werden regelmäßig aktualisierte Listen veröffentlicht, die einen Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten für Dachbegrünungen durch Bund und Länder geben.

Unterstützungsmöglichkeiten der Ländlichen Entwicklung

Für Projekte im Siedlungsbereich ist eine Unterstützung von Kommunen aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung Bayern über eine (einfache) Dorferneuerung möglich. Klären Sie Details frühzeitig mit dem jeweils zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung ab. Weitere Infos finden Sie in der Dorferneuerungsrichtlinie. Alternativ können Maßnahmen über die Städtebauförderung unterstützt werden.

Mehr Infos und Praxisbeispiele für Ihr Schwammdorf ...

erhalten Sie in der Broschüre „Schwammdorf –Wassersensible Dorfentwicklung“ – darin finden Sie technische Hinweise und Tipps für die Umsetzung im Gemeindegebiet. Wenn Sie tiefer in das Thema eintauchen wollen, können Sie das STADTGRÜN-Onlinetool des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie nutzen. Darin werden nicht nur die einzelnen Dachbegrünungsarten vorgestellt, sondern zudem noch Hintergrundinformationen, Best-Practice Beispiele und Tipps zur Begrünung gegeben.