Zum Inhalt springen

Mit klimaneutraler Energie fit für die Zukunft

Nahwärmenetz in Rattenberg

Im niederbayerischen Rattenberg (Landkreis Straubing-Bogen) setzt auf die gemeinschaftliche Wärmeversorgung und baute ein Nahwärmenetz, das 100 Gebäude mit nachhaltiger Wärme versorgt.

„Zu Beginn wurden 25 Wohnhäuser des Wohngebiets „Auf der Rast“ angeschlossen“, erzählt Dieter Schröfl, Bürgermeister der 1.700-Einwohner-Gemeinde, „diese stammen überwiegend aus den 60er und 70er Jahren. Bei vielen stand sowieso der Austausch der alten Ölheizungen an.“ Deshalb hatte ein Bewohner der Siedlung, Michael Breu, die Idee, sich und seine Nachbarn in Zukunft zentral über ein Wärmenetz zu versorgen. Als Standort für ein Heizhaus bot sich eine Fläche der Gemeinde im Bereich der nahegelegenen Sportanlage an. „So kamen mehrere Faktoren zusammen und es begannen die Vorarbeiten für das Wärmenetz“, so Schröfl. Insbesondere Michael Breu habe hier viel Informationsarbeit geleistet, um Anschlussnehmer zu gewinnen. Nach einigen Überlegungen hat man sich in Rattenberg dazu entschieden, das Nahwärmenetz genossenschaftlich zu bauen und zu betreiben: „Bei der Gründungsversammlung der Genossenschaft im Oktober 2022 hat sich gezeigt, dass sich die Vorarbeiten gelohnt haben. Hier haben rund 25 Personen direkt ihren Beitritt zur Genossenschaft gezeichnet.“ Kurz darauf waren es bereits  46 Mitglieder.

Energiewende als Chance für ländliche Kommunen

In der Zwischenzeit gab es bereits erfreuliche Nachrichten zur Finanzierung des Projekts. Innerhalb weniger Wochen nach der ersten Förderanfrage hat die Gemeinde Rattenberg positive Rückmeldung vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern erhalten. Das ALE Niederbayern fördert die rund zwei Millionen Euro teure Maßnahme mit bis zu 250.000 Euro im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung. „Die Energiewende ist auch eine Chance für den ländlichen Raum, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit in der Region zu sichern“, sagt Dr. Thomas Kerscher, der die Maßnahme am ALE Niederbayern betreut.

Besonders wichtig für das Projekt in Rattenberg ist Regionalität, sowohl beim Bau als auch bei der Versorgung. "Regionale Baufirmen haben einen persönlichen Bezug zum Projekt“, führt Schröfl aus, „das hat Vorteile, wenn es zum Beispiel zu Störungen am Netz kommen sollte oder wir weiter ausbauen wollen.“ Die Hackschnitzel, mit denen die Wärme erzeugt wird, stammen aus der unmittelbaren Umgebung: „Wir sind eine sehr waldreiche Gegend und sollten unsere Versorgung zu 100 % durch Holz von ortsansässigen Waldbesitzern abdecken können.“

Insgesamt werden durch das Nahwärmenetz 344.000 Liter Heizöl eingespart, was jährlich fast eine Millionen Kilogramm CO2 einspart.

Gute Überzeugungsarbeit und der richtige Zeitpunkt

Was Schröfl besonders freut ist, wie gut das Vorhaben von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird: „Vor allem der persönliche Austausch und gute Information von Beginn an führten schnell zu vielen Interessenten.“ Die Gemeinde selbst schloss mehrere kommunale Gebäude an das Wärmenetz an, darunter das Feuerwehrhaus, die Kindertagesstätte, eine Arztpraxis und die Grund- und Mittelschule mit ihren Turnhallen. „Allein die Schule verbrauchte rund 40.000 bis 50.000 Liter Heizöl pro Jahr. Hier haben wir durch den Anschluss ans Wärmenetz und den Umstieg auf Hackschnitzel ein großes Einsparpotenzial als Kommune“, freut sich Schröfl. 

Datum
7. März 2025
Regierungsbezirk
Niederbayern
Themen
Wärmeversorgung, Energie, Nahwärmenetz, Hackschnitzel