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Hand in Hand für Klimaschutz vor Ort

Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung - auch für kleine Kommunen

Gruppe von vier Jugendlichen in einem Getreidefeld
Bürgerbeteiligung bietet Vorteile für beide Seiten - Kommune und Bürgerschaft
© Pixabay

Bürgerräte sind auch im Kleinen möglich

Auf Bundesebene gab es im Jahr 2021 einen „Bürgerrat Klima“, für den durch ein Losverfahren 160 Bürgerinnen und Bürger ausgewählt wurden. Die Teilnehmenden sollten dabei den deutschen Bevölkerungsdurchschnitt möglichst genau abbilden. In zwölf Sitzungen erarbeitete der Bürgerrat Empfehlungen für die deutsche Klimapolitik, die im Herbst 2021 allen Parteien des Bundestags überreicht wurden. In Frankreich und Österreich gibt es ähnliche Initiativen. Die Teilnehmenden werden intensiv von Klimaexpertinnen und -experten begleitet, können aber ihre eigenen Ideen, Sorgen und Wünsche für die Klimapolitik einbringen.

Auch für einzelne Kommunen sind Bürgerräte eine Option. So gibt es im niederbayerischen Buch am Erlbach seit Frühjahr 2022 einen Bürgerklimarat mit 12 Mitgliedern. Der Bürgerklimarat unterstützt den Gemeinderat dabei, wichtige Vorarbeiten für Klimaschutzmaßnahmen in der Gemeinde zu leisten. So wird die Bürgerschaft aktiv in den Klimaschutz vor Ort eingebunden und zugleich der Gemeinderat entlastet. Mehr dazu, warum in Buch am Erlbach ein Bürgerklimarat gegründet wurde, wird im Artikel zum Projekt beschrieben.

Ideen und Wünsche der Bürgerschaft sammeln – und ernst nehmen

Im Zentrum erfolgreicher Bürgerbeteiligung sollte stehen, dass Bürgerinnen und Bürger gehört werden, aktiv mitgestalten und selbst mitbestimmen können. Sie können wichtige Anregungen geben, wie sich die Kommune oder Region im Klimaschutz engagieren könnte und sollte. Auf spielerische Art und Weise hat dies der Landkreis Oberallgäu umgesetzt. In einer Online-Befragung und einem Ideenwettbewerb konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Visionen für das Leben im Allgäu im Jahr 2050 beschreiben. Die Ergebnisse – viele gute Ideen zu weniger Verkehr, mehr solidarischer Landwirtschaft, den Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr – werden für die Klimaschutz-Arbeit im Oberallgäu genutzt.

Unabhängig davon, welche Art der Bürgerbeteiligung gewählt wird – für’s Klima zählen am Ende die tatsächlich umgesetzten Maßnahmen. Auch hier können Kommunen, Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten, wie viele der Projekte auf KlimaChancen zeigen!

Bürgerbeteiligung greifbar machen

Wer noch unschlüssig ist, welche Beteiligungsform die richtige ist oder wie der Prozess gestaltet werden kann, findet Praxisbeispiele und Empfehlungen zum Beispiel beim „Prozess-Wegweiser Kommunaler Klimaschutz“ des Projekts Klima-KomPakt.

Auch wenn Bürgerbeteiligung individuell gestaltet werden sollte, gibt es ein paar generelle Erfolgsfaktoren:

  • Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sichtbar machen, denn Bürgerinnen und Bürger wollen den Nutzen wahrnehmen können
  • Je intensiver die Bürgerbeteiligung, desto verbindlicher sollten die Ergebnisse sein, da Bürgerinnen und Bürger Zeit und Arbeit investieren
  • Bestehende Netzwerke können eingebunden werden, z.B. Vereine, Landfrauen, etc.
  • Vertrauen in die Zusammenarbeit schaffen, durch frühe Kommunikation und Interaktion auf Augenhöhe
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