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Gründach ist gleich Gründach?

Klimaangepasste Lösungen für ländliche Kommunen

Extensives Gründach auf einem Carport.
Extensives Gründach auf einem Carport.
© Jana Schlesinger
Informationsgrafik zur den Temperaturuntrschieden von einem herkömmlichen Dach im Vergleich zu einem Gründach. Gegenüberstellung der Dacharten. Man erntet knieend auf Dach Steckrübe und sieht dabei in die Kamera.

Vorteile von Gründächern 

Gründächer stellen für ländliche Kommunen eine lohnende Investition dar, denn sie verbinden ökologische Vorteile mit wirtschaftlichem Nutzen und tragen zur Verbesserung des Lebensumfelds bei.

  1. Klimaanpassung: Gründächer speichern bis zu 90% des Regenwassers und entlasten so die Kanalisation bei Starkregen.
  2. Energieeffizienz: Verbesserung der Gebäudedämmung, Einsparung von Heiz- und Kühlkosten.
  3. Biodiversität: Schaffung von Lebensräumen für Flora und Fauna, besonders wichtig für Insekten wie Bienen.
  4. Luftqualität: Filterung von Staub und Schadstoffen, Produktion von Sauerstoff.
  5. Lärmschutz: Natürliche Schalldämmung.
  6. Langlebigkeit: Schutz der Dachabdichtung vor UV-Strahlung, Temperaturextremen und Witterung.
  7. Attraktivität: Aufwertung des Ortsbildes und Steigerung der Lebensqualität.
  8. CO2-Reduktion: Gründächer nehmen je nach Art unterschiedliche Mengen CO2 auf und wirken so dem Klimawandel entgegen.

Gründächer werden in drei Kategorien eingeteilt:

Extensive Dachbegrünung

  • Charakteristik: Dünnschichtige Begrünung mit geringem Gewicht
  • Pflanzen: Moose, Sedum-Arten, trockenheitsresistente Kräuter und Gräser
  • Aufbauhöhe: ca. 5-15 cm
  • Flach- und Schrägdächer bis etwa 45 Grad Neigung
  • Pflege: Geringer Aufwand, 1-2 Kontrollen pro Jahr
  • Preisgünstige Variante
  • Keine zusätzliche Bewässerung bei extensiver Begrünung nötig

 Intensive Dachbegrünung

  • Charakteristik: Dickschichtige Begrünung mit hohem Gwicht, ähnlich einem Garten
  • Pflanzen: Stauden, Sträucher, kleine Bäume, Obst und Gemüse
  • Aufbauhöhe: Ab ca. 15 cm, oft 50 cm oder mehr
  • Flachdächer bis max. 5 Grad Neigung
  • Pflege: Regelmäßige Pflege wie bei einem normalen Garten

 Multifunktionsgründächer

  • Solargründach: Der Vorteil dieser Kombination ist, dass die Solarmodule aufgrund der geringeren Umgebungswärme effizienter arbeiten
  • Biodiversitätsgründach: schaffen artgerechte Lebensräume für Pflanzen und Tiere
  • Nutzpflanzengründach: ermöglichen den Anbau von Obst und Gemüse
  • Retentionsgründach: zum gezielten Regenwasserrückhalt
  • Wassergründach: mit einer integrierten Wasserfläche

Tipp: Wenn Sie sich intensiver mit den verschiedenen Dachbegrünungsarten auseinandersetzen wollen, gibt Ihnen das STADTGRÜN-Onlinetool des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie einen breiten und tieferen Einblick. Darin werden nicht nur die einzelnen Dachgrünarten vorgestellt, sondern zudem noch Hintergrundinformationen, Best-Practice Beispiele und Tipps zur Begrünung gegeben.

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