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Carsharing im ländlichen Raum

Innovative Mobilitätslösung für die Zukunft

Projekt: Carsharing in Prien am Chiemsee
Weißes Carsharing Auto steht auf einem Parkplatz für Carsharingsautos. Im Hintergrund ein Parkschild.
Dank Carsharing kann oft auf einen Zweit- oder Drittwagen verzichtet werden.
© Felix Bittner

Im ländlichen Raum ist der Bedarf an einem eigenen Fahrzeug besonders hoch, denn der ÖPNV ist oft in einigen Regionen keine alltagstaugliche Alternative. Viele Haushalte besitzen neben dem Hauptfahrzeug ein Zweit- oder Drittfahrzeug, das oft nur für kurze Fahrten genutzt wird und die meiste Zeit ungenutzt bleibt. Genau hier kann Carsharing auch im ländlichen Raum eine Alternative bieten und die Notwendigkeit an zusätzlichen Fahrzeugen reduzieren. Dies bringt sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile mit sich:

  • Kosteneinsparungen bei Anschaffung und Unterhalt
  • Verringerung des Parkflächenbedarfs
  • Reduzierung individueller Fahrten
  • Bequemlichkeit durch Wartung und Reparaturen seitens des Anbieters
  • Zugang zu verschiedenen Fahrzeugtypen je nach Bedarf
  • Effizientere Fahrzeugnutzung
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit

Private PKWs werden durchschnittlich nur eine Stunde täglich genutzt und stehen somit etwa 23 Stunden pro Tag still. Carsharing kann diese Ineffizienz deutlich verbessern und gleichzeitig zu einer nachhaltigeren Mobilität im ländlichen Raum beitragen.

 Es gibt zwei Hauptformen des Carsharings:

1.     Privates Carsharing

Mehrere Privatpersonen (Nachbarschaft, Verein etc.) schließen sich zusammen, um sich ein Fahrzeug und dessen Kosten zu teilen. In unserem Leitfaden für Privates Carsharing erfahren Sie, wie privates Carsharing funktioniert.

2.     Öffentliches Carsharing

Free-Floating-Prinzip:

Die Fahrzeuge stehen an keinem festen Stellplatz, sondern befinden sich nur in einem definierten Geschäftsgebiet. Nutzerinnen und Nutzer buchen die Fahrzeuge flexibel direkt über das Smartphone. Nach der Nutzung können die Fahrzeuge beliebig im Geschäftsgebiet abgestellt werden. Beim Free-Floating ist eine Vorabreservierung meist nicht möglich. Sowohl die Verfügbarkeit zu einem gewünschten Zeitpunkt als auch der Standort eines freien Fahrzeugs sind daher nur eingeschränkt planbar. Free-Floating-Carsharing ermöglicht jedoch einfache Fahrten innerhalb des definierten Geschäftsgebiets.

Stationsbasiertes Carsharing:

Die Fahrzeuge stehen an einem festen Stellplatz, an dem das Fahrzeug abgeholt und wieder abgestellt wird. Die Verfügbarkeit ist besser planbar, da eine Reservierung für mehrere Wochen in Voraus möglich ist. Auch spontane Buchungen von nicht-reservierte Fahrzeuge sind möglich. Diese Art des Carsharings ist in der Regel die preisgünstigste Variante.

 Zunehmend werden auch Kombinationen beider Systeme angeboten, die die Vorteile vereinen. Stationsbasierte und Free-Floating Fahrzeuge werden in einer App und einem Tarifsystem integriert und zusammen angeboten. Weitere Informationen über Carsharing erhalten Sie in unserem Carsharing-Leitfaden.

Carsharing-Projekte im ländlichen Raum

Verschiedene Initiativen zeigen, dass Carsharing auch außerhalb von Ballungsräumen erfolgreich sein kann:

  • Die Bürgerenergie-Genossenschaft Bürger-für-Bürger-Energie eG in Neunkirchen in Oberfranken bietet ein erfolgreiches Beispiel für E-Carsharing im ländlichen Raum. Das E-Carsharing-Projekt wird durch ehernamtliches Engagement kostengünstig betrieben. Das Besondere dabei ist, dass die Nutzenden keinem Verein beitreten müssen und auch kein Jahresbeitrag fällig ist. 

Erfolgsfaktoren von Carsharing im ländlichen Raum

  • Anpassung des Angebots an lokale Bedürfnisse
  • Engagement eines "Kümmerers" vor Ort
  • Einsatz von E-Fahrzeugen zur Steigerung der Akzeptanz
  • Möglichkeiten zum Testen von Fahrzeugen, um Vorurteile abzubauen
  • Konstante Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf das Angebot aufmerksam zu machen. So kann die Auslastung der Fahrzeuge erhöht und Vorbehalte abgebaut werden.
  • Finanzielle Unterstützung von Carsharingprojekten
  • Beratungsangebote zu geeigneten Fördermitteln, Unterstützung bei der Fördermittelbeantragung, Projektplanung und -umsetzung
  • Vernetzungs- und Austauschangebote für Akteure zum Wissens- und Erfahrungsaustausch
  • Verknüpfung des Carsharingangebotes mit Mobilitätsstationen und dem ÖPNV

Weitere Informationen zum Thema Carsharing stellen zum Beispiel der Bundesverband Carsharing oder das Umweltbundesamt bereit.

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