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Tipps für die kommunale Wärmewende

Heizungsrohre; oben rechts der Schriftzug WärmeChancen
Nicht nur Privatpersonen stellen ihre Wärmeversorgung um, auch Kommunen packen an
© Pixabay

Nehmen wir an, ich bin Bürgermeister in meiner Gemeinde: welche Optionen habe ich, um die Wärmeversorgung dort klimafreundlicher zu gestalten?

Zunächst einmal kann der eigene Gebäudebestand in den Blick genommen werden: wie gut sind kommunale Gebäude gedämmt, welche Heizungen sind derzeit verbaut? Oft besteht hier noch Nachholbedarf, dann sollte die Kommune möglichst schnell aktiv werden und sanieren oder Heizungen austauschen.

Dann kann ich mich in meiner Kommune nach möglichen Wärmequellen für eine Nahwärmeversorgung umsehen: gibt es Biogasanlagen, deren Abwärme noch nicht genutzt wird? Habe ich Industriebetriebe, die Abwärme produzieren? Was passiert mit Restholz aus örtlichen Forstbetrieben oder der Landschaftspflege? Einige gute Beispiele für Wärmenetze zeigen wir übrigens in den nächsten Wochen.

Zuletzt kann ich meine Bürgerinnen und Bürger informieren und mitnehmen. Wenn ich zeige, was die Kommune selbst tut, hat das eine wichtige Vorbildfunktion. Falls die Möglichkeit besteht, kann ich auch Energieberatungen anbieten oder zumindest an entsprechende Experten in der Region verweisen.

Erhält die Kommune hier finanzielle Unterstützung?

Für kommunale Gebäude kann, wie für Privatpersonen, Unterstützung durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)beantragt werden. Außerdem vergibt die LfA Förderbank Bayern über den Infrakredit Energie Darlehen für kommunale Investitionen zur Senkung des Energieverbrauchs, insbesondere zur Energieeinsparung und zur Umstellung auf erneuerbare Energien. Wie bei allen Sanierungen gilt es außerdem zu bedenken, dass langfristig der Energiebedarf und damit Kosten gesenkt werden können – Investitionen lohnen sich also oft nach wenigen Jahren.

Seit November ist die kommunale Wärmeplanung auch ein Schwerpunkt der Kommunalrichtlinie und wird mit 90 % gefördert.

Speziell für ländliche Kommunen in Bayern gibt es eine Förderung von gemeinschaftlichen Nahwärmenetzen im Rahmen der Dorferneuerung durch die Ländliche Entwicklung. Weitere Informationen dazu gibt es beim jeweiligen Amt für Ländliche Entwicklung.

Schon heute habe ich als Bürgermeister viele verschiedene Aufgaben auf dem Tisch liegen. Warum sollte ich mich auch noch um die Wärmeversorgung kümmern?

Die Umstellung auf eine nachhaltige Wärmeversorgung sollte nicht als notwendiges Übel angesehen werden. Vielmehr kann diese Chancen bieten – gerade für ländliche Kommunen.

Wie bereits erwähnt, können Wärmekosten durch Sanierung und Umstellung auf erneuerbare Energien gesenkt und langfristiger geplant werden. Daneben wird die Wertschöpfung vor Ort gestärkt, zum Beispiel durch die Nutzung von Restholz aus der Region. Das senkt die Abhängigkeit von Lieferungen fossiler Brennstoffe aus dem Ausland. Welche Effekte der Ausbau erneuerbarer Energien auf lokale Wertschöpfungsketten haben kann, kann der Online-Wertschöpfungsrechner der Agentur für Erneuerbare Energien und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung zeigen.

Und wo fange ich nun am besten an?

Bei der Umstellung der Wärmeversorgung muss eine Kommune nicht allein agieren. Am besten bindest du von Beginn an relevante Akteure ein, etwa bürgerschaftliche Energieinitiativen oder auch lokale Unternehmen. Außerdem hilft es, sich mit anderen Kommunen zu vernetzen, da durch den Erfahrungsaustausch neue Ideen gewonnen und einige Fehler vermieden werden können. Schau dazu doch mal auf unserer Kontakt-Seite vorbei.

Weitere praxisnahe Informationen findest du auf Webseite des Projekts „Kommunale Wärmewende“.

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