Forschung trifft Praxis: Innovative Ansätze für das Donaumoos
Die Ergebnisse sollen aktiv in die Weiterentwicklung der ILE und den Schutz der gefährdeten Landschaft einfließen. Dies betonen die Professorinnen Julia Blasch und Annette Risi: „Für uns ist es wichtig, dass solche Projekte einen Bezug zur Praxis und damit einen Nutzen für die Allgemeinheit haben“, so Risi. Die neun Teams des Seminars „Our Sustainable World“ am Campus Neuburg der THI lieferten neue Impulse für Akteure im Donaumoos, indem sie Themen wie Energie, Land- und Forstwirtschaft sowie Ökologie umfassend analysierten. Dabei ging der Blick über Moorbodenschutz und Klimaschutz hinaus und zeigte die Komplexität der vielen bereits laufenden Prozesse. „Die Themen sind komplex, da gibt es nicht die eine Lösung“, erklärt Risi.
Den Studierenden halfen Literaturrecherchen, zahlreiche Expertenrunden, eine mehrwöchige Bürgerbefragung und Gespräche mit lokalen Akteuren. Zudem gab es regelmäßigen Austausch mit den ILE-Verantwortlichen, der Rohrenfelser Bürgermeisterin Manuela Heckl, Abteilungsleiterin Monika Hirl sowie Luise Linsner vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern sowie den beiden Planerinnen Sabine Hafner und Elisabeth Appel-Kummer. Heckl sieht in der Arbeit der Studierenden einen „sehr informativen und bereichernden Beitrag“.
645 Teilnehmer: Ergebnisse der Bürgerbefragung im Donaumoos
Die Bürgerbefragung stieß auf großes Interesse der Fachleute, da die Ergebnisse den eingeschlagenen Weg der ILE sowie die Arbeit des Donaumoos-Zweckverbands und -Teams bestätigen. 645 Personen, vor allem aus Königsmoos und Karlshuld, nahmen teil. 88 Prozent fühlen sich dem Donaumoos zugehörig, fast die Hälfte identifiziert sich stark mit dem Naturraum. Klimaschutz ist 71 Prozent wichtig, jedoch fühlen sich über ein Drittel unzureichend informiert. 48 Prozent unterstützen Moorschutzprojekte, bei Landwirten sind es nur 17 Prozent. Im Gegenzug kann sich ein Drittel der befragten Landwirte vorstellen, sich wirtschaftlich von Förderungen abhängig zu machen.
Donaumoos: Chancen und Herausforderungen für nachhaltige Entwicklung
Die Ergebnisse bieten den Studierenden verschiedene Ansätze und Schlussfolgerungen. Fest steht, dass das Donaumoos zahlreiche Chancen und Herausforderungen birgt. Zu den Herausforderungen gehört die Schaffung finanzieller Anreize für die Landwirtschaft. Wirtschaftlich tragfähige Lösungen sind notwendig, um die Wasserspeicherfähigkeit der Landschaft zu erhöhen. Regionale Vertriebskanäle für nachhaltige Moorprodukte könnten hier eine wichtige Rolle spielen, zu denen derzeit mehrere Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Donaumoos laufen. Maßnahmen zum Wassermanagement sind unerlässlich für eine Klimastabilisierung, etwa durch Flächenzusammenlegungen, Flurneuordnung und dem Anstau von Gräben. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist umfassende Informations- und Aufklärungsarbeit erforderlich. Laut Heckl liegt die Verantwortung jedoch nicht nur bei Gemeinden und Behörden: „Natürlich müssen Gemeinden und Behörden umfangreich informieren“, so Heckl, aber auch die Bürger seien zur Selbstinformation verpflichtet.