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E-Bikeport in Arnstein

Bürger-Energiegenossenschaft fördert Klimaschutz und Mobilitätswende

E-Bikeport aus Holzbauweise steht auf einem Parkplatz. Im Hintergrund eine Hecke und ein Haus. Im Vordergrund ein Baum.
Das energieautarke E-Bikeport der Arnsteiner Bürger-Energie e.G
© Jürgen Meinhardt

Die Idee des E-Bikeports
Die Arnsteiner Bürger-Energie e.G. möchte die regenerative Energiegewinnung und nachhaltigen Mobilität fördern, um die Lebensqualität vor Ort zu steigern. Für die Genossenschaft lag daher der Gedanke nahe, diese beiden Ziele in einem Projekt zu kombinieren, so entstand die Idee des E-Bikeports
Im Frühjahr 2021 erhielt das Projekt dank der ILE MainWerntal eine Förderung von 10.000€ aus dem Regionalbudget - kurz darauf wurde mit den Baumaßnahmen des 4 x 5 Meter großen Holzbaus begonnen. Im September 2021 wurde das Projekt fertiggestellt.

Was genau ist eigentlich das E-Bikeport?
Meinhardt, Vorstand der Genossenschaft erklärt, dass der Namensursprung des E-Bikeports beim „Carport“ liege. Denn die Besitzer der E-Bikes sollten die Akkus nicht nur mit erneuerbarer Energie aufgeladen können, sondern die Fahrräder zugleich geschützt abstellen können - ein „Carport“ also für E-Bikes.

Erneuerbare Energie im E-Bikeport Arnstein
Die Solaranlage auf dem Dach des E-Bikeports produziert jährlich ca. 2000 kWh. Im Vergleich: ein durchschnittlicher E-Bikeakku benötigt etwa 0,5 kWh „somit sind im Jahr etwa 4000 Akkuladungen möglich“, erklärt Meinhardt. Der Solarstrom wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Nutzer, die ihren E-Bikeakku dort laden möchten, können ihren Akku sicher in einem Ladefach laden. Die zusätzlich integrierte Batterie (5 kWh Speicher) speichert überschüssigen Strom, sodass Fahrradakkus auch abends und bei geringer Stromproduktion geladen werden können. Ein Anschluss ans öffentliche Stromnetz besteht aufgrund der Inselwechselrichter nicht.

Klimafolgenanpassung durch integriertes Gründach
Das Dach des E-Bikeports wurde als Gründach angelegt, um Regenwasser zurückzuhalten. Durch die Bepflanzung soll zudem die Biodiversität gefördert und der Überhitzung der PV-Module entgegengewirkt werden, sodass diese mehr Leistung erbringen.

Gab es Schwierigkeiten bei der Umsetzung?
Meinhardt erinnert sich, dass der Bau des E-Bikeports reibungslos verlief. Während dem Bau wurde die Genossenschaft von lokalen Unternehmen tatkräftig unterstützt. Schreiner halfen bei der Verkleidung und Dachdecker beim Gründach, Elektriker installierten die PV-Module.

Welche Rückmeldung kam von den Bürgern?
Das zentral gelegene E-Bikeport in der Stadt Arnstein zieht laut Meinhardt viele interessierte Passanten an und erhält meist ein sehr positives Feedback.
Jedoch gibt es auch Probleme. „Leider“, so Meinhardt, „kommt es immer wieder vor, dass Nutzer die Schließfachschlüssel mitnehmen oder verlieren“. Zudem sei Vandalismus ein weiteres Problem. Trotz der zentralen Lage fällt es den E-Bikebesitzern schwer, das Fahrrad unbeaufsichtigt zu lassen. „Gerade dies sei aber der Sinn hinter dem Projekt“, erklärt Meinhardt. Denn der ursprüngliche Gedanke war es, dass die Nutzer die Fahrräder bedenkenlos abstellen und die Stadt erkunden können. Meist pausieren die Radfahrer aber direkt neben dem E-Bikeport bis ihre Akkus geladen sind.

Was können andere Genossenschaften und Gemeinden aus dem Projekt lernen?
Meinhardt betont, dass Überzeugung und regionale Unterstützung entscheidend sind. Dank des Regionalbudgets und der Unterstützung lokaler Unternehmen konnten die Gesamtkosten von 22.000 € deutlich reduziert werden. Gewinne sollten jedoch nicht im Fokus stehen.
Meinhardt ergänzt, dass bereits im Vorhinein das Thema Sicherheit mitgedacht werden sollte. Die Arnsteiner Bürger-Energie e.G. überlege nun, bspw. durch Videoüberwachung das Sicherheitsgefühl zu verbessern.

E-Bikeport gewinnt den unterfränkischen Bürgerenergiepreis
Die Arnsteiner Bürger-Energie e.G. bewarb sich mit dem innovativen Projekt für den Bürgerenergiepreis Unterfranken und gewann diesen im Jahr 2023. „Darüber haben wir uns wirklich sehr gefreut!“, äußert Meinhardt abschließend.

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