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Kalte Nahwärmenetze

Effizient heizen und nachhaltig kühlen

Kalte Nahwärmenetze sind eine innovative Lösung für die Wärmewende in Bayerns Gemeinden. Im Vergleich zu klassischen Nahwärmenetzen, wie sie bei Hackschnitzel- oder solarthermischen Anlagen üblich sind, arbeiten kalte Nahwärmenetze mit lokaler Erdwärme. Im Winter, um Gebäude energieeffizient zu beheizen und im Sommer um klimafreundlich zu kühlen. Gerade angesichts steigender Temperaturen und längerer Hitzeperioden bieten sie einen spürbaren Vorteil für kommunale Gebäude, Siedlungen und Vereinsstätten gegenüber herkömmlichen Nahwärmenetzen.

Energie vor Ort nutzen: nachhaltig kühlen und heizen im Einklang mit der Region.

Wie funktioniert die passive Kühlung mit kalten Nahwärmenetzen?

Anders als bei klassischen Netzen arbeiten kalte Nahwärmenetze mit oberflächennaher Erdwärme. Die Kühlung gelingt durch die Kopplung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, die im Unterschied zu aktiven Kühlverfahren einen energiesparenden Ansatz verfolgt.

Voraussetzungen für die Kühlung

Damit die Kühlung zuverlässig funktioniert, sind eine Umwälzpumpe und eine Kühlstation mit Wärmetauscher erforderlich – nicht jede Wärmepumpe hat diese Komponenten. Besonders gut arbeiten kalte Nahwärmenetze in Kombination mit Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen.

Kühlung aus der Erde – smart, sparsam, sicher.

Warmwassererzeugung ist immer gesichert

Ein entscheidender Vorteil von kalten Nahwärmenetzen mit Wärmepumpen ist, dass die Warmwasserbereitung über einen separaten Kreislauf läuft und unabhängig vom Kühlen stets erhalten bleibt. So können alle Bedarfe – Heizen, Kühlen und Warmwasser – ganzjährig und komfortabel mit nur einem System abgedeckt werden.


Klimafreundliche Alternative zur Klimaanlage

Der direkte Vergleich mit klassischen Klimaanlagen zeigt: Klimaanlagen kühlen zwar schnell, sind aber wahre Stromfresser und tragen mit ihrem hohen Energieverbrauch sowie CO₂-Ausstoß zur Verschärfung des Klimawandels bei. Kalte Nahwärmenetze hingegen kühlen nahezu kostenlos und CO₂-frei. So profitieren nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch Gemeindekassen und Bürgerinnen und Bürger über viele Jahre. So entsteht eine wirtschaftliche und ökologische Win-Win-Situation.


Effiziente Energienutzung und Abwärmerückgewinnung für kommunale Gebäude und Siedlungen
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Möglichkeit, das kalte Nahwärmenetz als ein sogenanntes Prosumer-System zu betreiben. Das bedeutet, dass Nutzer mit größerem Kühlbedarf, wie etwa Büros, Geschäfte oder Verwaltungsgebäude, ihre überflüssige Wärme aktiv ins Netzwerk einspeisen können. Im Gegenzug haben Wohngebäude innerhalb des Netzes die Möglichkeit, diese Wärme als Ressource zu nutzen – beispielsweise zur Warmwasserbereitung. Dieses Prinzip verbessert die Effizienz des Gesamtsystems und unterstützt den nachhaltigen Umgang mit Energie auf Quartiersebene.