Moore und Böden im Klimawandel
Drittes Oberbayerisches Netzwerktreffen
Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen und Herausforderungen macht auch vor dem ländlichen Raum nicht Halt. Wie sich durch globale Temperaturveränderungen auch regional etwas verändert, war deshalb das zentrale Thema des Dritten Oberbayerischen Netzwerktreffens im Ampertal. Dazu eingeladen hatte das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (ALE), die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Kulturraum Ampertal und die Ökomodellregion (ÖMR) Kulturraum Ampertal. Ein besonderes Anliegen der Veranstalter war es, die Vernetzung zwischen den ILEs und ÖMR in Oberbayern ganz nach dem Motto „Mit interkommunaler Kraft gegen den Klimawandel“ voranzubringen.
Wie sich eine Region den Herausforderungen des Klimawandels stellt, zeigte die Integrierte Ländliche Entwicklung und Ökomodellregion Kulturraum Ampertal. Durch die geografisch deckungsgleichen Initiativen in der „Schwammregion“ des Tertiären Hügellands entstehen viele Synergieeffekte, die nicht nur im Rahmen des Klimawandels einen Mehrwert bieten.
Peatland Science Centre (PSC)
Die 2022 neu gegründete Forschungseinrichtung erforscht die zentralen Fragen um die Klimawirksamkeit der Moore und deren Schutz- und Nutzungsstrategien. Sie gestaltet den Prozess zur Klimaneutralität Bayerns und international in Synergie mit den weiteren Ressourcen wie Biodiversität, Produktivität und Wasserhaushalt aktiv mit. Bei einem Rundgang gab Prof. Dr. Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Einblicke in seine Arbeit an der Moorforschungsstation und betonte die Wichtigkeit von Mooren als Lösung für Klimaschutz und Wasserrückhalt. Er zeigte außerdem Perspektive für die Landwirtschaft auf.
Boden und Klimawandel
Der Nachmittag begann mit einen Impulsvortrag zum Thema "Böden im Klimawandel". Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner von der TU München erläuterte zunächst die Bedeutung der Böden für Klima und Umwelt. Anschließend stellte sie zwei zentrale Handlungsfelder für ein zukunftsfähiges Bodenmanagement vor: eine klimaschonende Landbewirtschaftung sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Flächen durch Städte und Gemeinden. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Böden als auch die Rolle der Kommunen bei der Begrenzung des Flächenverbrauchs. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmenden.
Hochwasserschutz
Den Abschluss bildete eine Exkursion zu den Glonnterrassen in Allershausen. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie sich Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung miteinander verbinden lassen. Durch die Umgestaltung ist eine naturnahe Flusslandschaft entstanden, die nicht nur den Hochwasserschutz verbessert, sondern auch die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum erhöht. Der Erste Bürgermeister Martin Vaas und Altbürgermeister Rupert Popp verdeutlichten vor Ort, dass moderner Hochwasserschutz weit mehr leisten als reine Gefahrenabwehr – sie schaffen zugleich wertvolle Lebensräume und steigern die Lebensqualität der Gemeinde.
Mit interkommunaler Kraft gegen den Klimawandel
Das Oberbayerische Netzwerktreffen, zu dem neben zahlreichen ILE-Umsetzungsbegleitungen und Ökomodellregionsmanagern auch viele kommunale Vertreterinnen und Vertreter erschienen, sollte Impulsgeber sein. Impulse für interkommunale Lösungen, wie zum Beispiel Moorrenaturierungen, Boden- und Wassermanagement, mit denen die Folgen des Klimawandels eingedämmt werden können.
Wie wichtig die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei dieser Thematik ist, weiß auch Roland Spiller, stv. Leiter der Verwaltung für Ländliche Entwicklung am Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus: „Der Schwerpunkt bei Moorrenaturierung bzw. Wiedervernässung muss darin bestehen, realistische und akzeptierte Wege zusammen mit den Eigentümern, Bürgern und den Kommunen zu finden. Wie wird ihre Heimat zukunftsfähig weiterentwickelt und welche unternehmerischen Perspektiven bestehen in einer moor- und klimaverträglichen Landnutzung? Diese Fragen sind letztlich in einer Flurneuordnung oder interkommunal in der Integrierten Ländlichen Entwicklung zu klären. Klimaschutz durch Moorbodenschutz kennt keine Verwaltungsgrenzen.“