Kommunen wappnen sich gegen Hochwasser und Trockenheit
Zwei ILEs entwickeln ein integrales Schutzkonzept
Starkregen, volle Bäche, nasse Keller, Rückstau und Überflutungen an Brücken und Verrohrungen - die Bürgerinnen und Bürger der Kommunen entlang der unterfränkischen Bäche Volkach, Weidach und Schwarzach kennen dieses Problem. Um künftig besser darauf vorbereitet zu sein und die Schäden durch Hochwasser und Starkregen zu minimieren, ließen die Mitgliedskommunen der ILE WeinPanorama Steigerwald gemeinsam mit der ILE Mainschleife Plus im Jahr 2020 ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept für ein hundertjährliches Hochwasserereignis inklusive Klimaaufschlag.
Vom Modell zur Praxis: Wie das Hochwasserkonzept entsteht
Bevor konkrete Maßnahmen geplant werden konnten, stand eine fundierte Analyse des gesamten Einzugsgebiets im Mittelpunkt. Fachleute haben den Wasserhaushalt und das Abflussverhalten modelltechnisch erfasst, um ein realistisches Bild der aktuellen Situation zu erhalten.Auf dieser Basis wurden verschiedene Hochwasserszenarien simuliert und bewertet. Die Ergebnisse zeigen, wo besonders hohe Risiken bestehen und welche Gebiete bei Starkregen oder lang anhaltenden Niederschlägen gefährdet sind. Daraus lassen sich gezielte Schutz- und Rückhaltemaßnahmen für das gesamte Einzugsgebiet ableiten.Die ersten Modellergebnisse lagen bereits vor und wurden im Herbst 2022 in öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt.
Ziel ist, das Niederschlagswasser in der Landschaft zurückzuhalten, um die Ortschaften vor Schäden zu bewahren. Becken in Wald und Flur auszuformen, ist eine mögliche Lösung. Ebenso, die Leistungsfähigkeit von Gräben und Bächen zu erhöhen. Hintergedanke: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem in Trockenphasen das gespeicherte Nass zur Bewässerung genutzt werden kann.
Eine solcher Rückhaltemaßnahmen ist das neu angelegte Lilienfeld in der Gemeinde Lülsfeld, welches am 26. Juni 2022 beim „Tag der offenen Gartentür“ des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Schweinfurt vorgestellt wurde. Direkt daneben entstand eine großzügige Biotop- und Wasserrückhaltefläche am Bach, welche mit Unterstützung der ILE‑Umsetzungsbegleiterin Carina Heinund den Fördermitteln aus dem Förderprogramm „FlurNatur“ terrassenartig gestaltet wurde. Bei Starkregen kann hier Wasser zwischengespeichert werden, statt ungebremst Richtung Siedlung zu fließen. Ein kleines Projekt, aber ein wichtiger Einzelbeitrag zu dem, was die Kommunen der ILEs anstreben.