Photovoltaik-Freiflächenanlagen
So gestalten Kommunen erfolgreiche Solarparks auf Freiflächen
Kommunen spielen eine zentrale Rolle beim Ausbau von Solarparks auf Freiflächen und sind dabei mit unterschiedlichen rechtlichen, planerischen und gestalterischen Aufgaben betraut. Wer eine solche Anlage erfolgreich initiieren und steuern möchte, sollte einige zentrale Handlungsschritte kennen, um Chancen wirksam zu nutzen, Akzeptanz zu fördern und lokale Besonderheiten zu berücksichtigen.
Rechtlicher Rahmen und Planungshoheit
Die wichtigsten Weichen werden im Flächennutzungsplan und Bebauungsplan gestellt. Bei der Ausweisung geeigneter Flächen für Solarparks hat die Kommune die zentrale Planungshoheit. Es wird grundsätzlich zwischen zwei Flächentypen unterschieden:
Aktuelles Ausbauziel für Photovoltaik-Freiflächenanlagen
Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das Ziel festgelegt, ab 2026 jährlich 22 Gigawatt Photovoltaik neu zu installieren, wobei etwas die Hälfte, alsi rund 11 Gigawatt, auf die Freiflächenanlagen entfallen soll.
Kommunen sind daher jetzt mehr denn je gefrag, geeignete Flöchen bereitzustellen, Planungsprozesse zu steuern und Projekte ökologisch wie gesellschaftlich sinnvoll und verträglich zu gestalten.
Standortauswahl und Flächenmanagement
Eine sorgfältige Standortwahl ist entscheidend für den Projekterfolg. Besonders geeignet sind vorbelastete oder minderwertige Flächen, wie ehemalige Deponien, Altstandorte und Konversionsflächen, Brachflächen oder Bereiche entlang von Infrastrukturen (Straßen, Bahnlinien) wie hier in Neusitz. Die ökologischen und gesellschaftlichen Vorteile solcher Standorte sind die Minimierung von Nutzungskonflikten, z. B. mit Landwirtschaft, Tourismus oder Naherholung sowie die ökologische Aufwertung von bisher ungenutzten oder degradierten Flächen.
Naturverträgliche Gestaltung und Artenschutz
Wenn PV-Freiflächenanlagen ökologisch durchdacht geplant und betrieben werden, können sie wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Gemeinden können hierzu Festsetzung im Bebauungsplan festsetzen und in der Vertragsgestaltung konkrete Anforderungen festlegen. Mögliche Maßnahmen sind:
- Schafbeweidung zur natürlichen Pflege der Flächen,
- Anlage von heimischen, insektenfreundlichen Blühstreifen,
- Offenhaltung von Wildtierkorridoren und Abstand zwischen Modulen
- Durchlässige Zäune für Kleintiere,
- Verzicht auf Pestizide und Dünger,
- Schaffung von Rückzugsflächen für bedrohte Arten.
Gute Beispiele für solche Kriterien gibt es bereits einige, sowohl für die Standortwahl als auch für die Gestaltung von Anlagen. Empfehlenswert ist der Leitfaden des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE), der konkrete Vorschläge zur naturverträglichen Planung von Solarparks enthält.
Beteiligung und Kommunikation
Für die gesellschaftliche Akzeptanz ist es entscheidend, die lokale Bevölkerung frühzeitig und transparent einzubinden. Gute Ansätze sind:
- Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Ziele, Chancen und Auswirkungen informieren,
- Beteiligungsformate wie Bürgerversammlungen, Feedbackmöglichkeiten oder Infoplattformen,
- Bürgerbeteiligungsmodelle (z. B. finanzielle Teilhabe an Pacht- oder Stromeinnahmen)
- Kooperationen mit Energiegenossenschaften.