Zum Inhalt springen

Gemeinsam zur Wärmewende

Interkommunale Wärmeplanung in der ILE Iller-Roth-Biber

Karte Fokusgebiet Stadt Illertisen
Karte mit den Fokusgebieten der Stadt Illertisen
© ILE Iller-Roth-Biber

Von der Idee zum gemeinsamen Förderantrag

Probst machte den ersten Aufschlag für eine gemeinsame Wärmeplanung im ILE-Bürgermeistergremium im Jahr 2023. Trotz der Ungewissheit, was Ergebnis und Wirkung einer solchen Wärmeplanung angeht, war die Motivation der Gemeinden seit Beginn groß. Es folgte ein gemeinsamer Förderantrag der fünf Kommunen über die ILE im Konvoi, da zwei der insgesamt sieben ILE-Gemeinden bereits zu einem früheren Zeitpunkt eigene Anstrengungen zur Antrasstellung aufgebracht hatten. Über die Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz konnten die Kosten der Planung um 90 % von 4,82 € auf 0,48 € pro Einwohnerin und Einwohner reduziert werden. Konnexitätszahlungen entschädigen den Arbeitsaufwand der Kommunen voraussichtlich vollständig.

Alle an Bord: Gemeinderäte, Akteure & Bevölkerung

Zur Koordinierung von Kostenschätzungen, Antragstellung und Durchführung der Wärmeplanung wurde ein Entscheidungsgremium mit den Bürgermeistern sowie ein Projektteam bestehend aus ILE-Umsetzungsbegleitung als Projektleitung und Vertretungen aus den Gemeindeverwaltungen eingerichtet. Die endgültige Ausschreibung geschah erst nach Förderzusage und Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) im Jahr 2024, um dementsprechende Anforderungen aufzunehmen. Insgesamt wurden 15 Dienstleister angeschrieben.

Die Wärmeplanung erstellten die energie schwaben GmbH und deren Dienstleister energielenker projects GmbH. Umfragen unter der Bevölkerung und zwei Workshops mit den relevanten Akteuren ergänzten dabei die theoretische Bestandsanalyse. Hierzu wurden insbesondere Unternehmen eingeladen, die zukünftig beispielsweise als Wärmeerzeuger durch Biogasanlagen oder als Wärmesenken dienen könnten. Im Herbst 2025 wurden die kommunalen Wärmepläne öffentlich ausgelegt, Ende Januar sollen diese fertiggestellt werden. Dabei wurden Gebiete entsprechend ihrer technischen und wirtschaftlichen Eignung für netzgebundene oder dezentrale Wärmeversorgung klassifiziert. Mit dieser Planung kommen die beteiligten Kommunen der verpflichtenden Wärmeplanung bis Mitte 2028 bereits frühzeitig nach.

Zusammenarbeit profitiert von Kompetenzbündelung

Als größte Herausforderung zeigte sich die fehlende Erfahrung der Kommunen im Bereich der Wärmeversorgung, weshalb laut Probst ein Zusammenschluss von Gemeinden bei der Wärmeplanung sinnvoll ist. Da mit Illertissen eine größere Kommune Teil der Wärmeplanungen war, konnte beispielsweise auf die fachliche Kompetenz des dortigen Klimaschutzmanagers bei Förderthemen zurückgegriffen werden.

Erfahrungsaustausch und Akteurseinbindung als Erfolgskonzept

Regelmäßiger Austausch und die Einbeziehung verschiedenster lokaler Akteure sorgten für den Erfolg. Daneben vereinfachte die Eignungsprüfung und verkürzte Wärmeplanung nach § 15 WPG die Durchführung, indem Einzelgehöfte und Einöden aus der Planung genommen wurden. Muster-Leistungsverzeichnisse für die Vergabe von Kommunalen Wärmeplänen vom Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende und der Austausch mit anderen Kommunen im Landkreis unterstützten die Arbeit der ILE und glichen die fehlende Erfahrung auf dem Gebiet der Wärmeplanung aus.

Aufgrund der Siedlungsstruktur ergaben sich zwar keine passenden Gebiete für interkommunale Wärmenetze; der Mehrwert im interkommunalen Ansatz lag jedoch in der Bündelung der Kompetenzen, die den Planungsprozess deutlich vereinfachte.

Zusammenarbeit über die Planung hinaus

Die Zusammenarbeit der ILE-Kommunen wird vermutlich über die Planung hinausgehen. So könnte auf diese Weise die Beratung der Hauseigentümerinnen und -eigentümern angegangen werden. Die im Raum stehende Gründung eines Regionalwerks durch vier der Gemeinden würde hingegen die Umsetzung der erarbeiteten Konzepte auf interkommunale Füße stellen.

Die interkommunale Wärmeplanung war durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) zwar verpflichtend und lief parallel zu anderen zentralen Projekten, die Zusammenarbeit sollte aber nicht unterschätzt werden, so betont Probst: „Man darf nicht zu romantisch an die interkommunale Zusammenarbeit ran gehen“. Entscheidend war der eigene Antrieb der Gemeinden, während die ILE vom über Jahre gewachsenen Vertrauen der interkommunalen Zusammenarbeit profitierte.

Nächstes Projekt