Bundesweite Auszeichnung
Der Markt Schierling belegt beim „Zukunftspreis Deutsche Energie“ für bürgerlichen Klimaschutz den 3. Platz und wird dafür in Berlin geehrt
Das Projekt „Erwärme statt Erdgas – Kalte Nahwärme am Regensburger Weg 2“ von Markt und Kommunalunternehmen Schierling hat die Jury des Vereins „Heimatwurzeln“ besonders überzeugt. Im Rahmen der 2. Berliner Konferenz für bürgerlichen Klimaschutz gab es für den 3. Platz eine Auszeichnung, die mit einer Urkunde und einem Preisgeld von 2000 Euro honoriert wurde. Die Konferenz und der Festakt dazu fanden im Allianz-Forum, unmittelbar am Brandenburger Tor in Berlin statt. Zu den ersten Gratulanten gehörte der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer.
Gesucht waren Kommunen, die innovative und nachhaltige Lösungen für die Energieversorgung vor Ort entwickeln. Dabei ging es um konkrete Lösungen die zeigen: Eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ist möglich. Mit dem Schierlinger „Kalten Nahwärmenetz“ auf der Basis von oberflächennahester Geothermie wurde ein solches Projekt gefunden und ausgezeichnet. „Es wird damit beispielhaft dargestellt wie die Wärmewende gelingen kann“, hieß es bei der Vorstellung des Projektes.
Der Preis wurde von Heimatwurzeln e.V., ausgelobt, der das Ziel verfolgt, Akzeptanz für Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft zu schaffen. „Nicht durch Appelle, sondern durch bürgerlichen Klimaschutz“, heißt es bei dem Bonner Verein. Dafür wird vor allem mit Dörfern, Vereinen, Kirchengemeinden, Handwerkern, Landwirten, dem Mittelstand und den Menschen im ländlichen Raum zusammengearbeitet.
Aus einer wichtigen Kooperation war auch die „Kalte Nahwärme“ Schierling entstanden. Der damalige Marktgemeinderat war sich einig, dass im neuen Wohngebiet „Am Regensburger Weg 2“ weder Erdöl noch Erdgas für die Heizung und Warmwasserversorgung zum Einsatz kommen kann. Es wurde mit Prof. Dr.-Ing. Volker Stockinger von der Technischen Hochschule Nürnberg Kontakt aufgenommen. Denn er gilt als einer der profiliertesten Kenner und Forscher seines Faches wurde 2019 war er in der Fakultät Maschinenbau im Fachbereich Versorgungstechnik an die Hochschule Nürnberg berufen. Zu diesem Zeitpunkt befasste er sich bereits seit nahezu einem Jahrzehnt mit den Forschungsgebieten Siedlungs- und Quartierskonzepte, oberflächennaheste Geothermie und hatte ein Neubauvorhaben mit 420 Wohneinheiten in Bad Nauheim wissenschaftlich begleitet.
Ein weiterer wichtiger Partner war die katholische Kirche, denn von der Pfarrpfründestiftung Schierling konnte ein gut 14636 Quadratmeter großes Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet eingetauscht werden. Diese liefert in Zukunft mit der Erdwärme aus einer Tiefe von bis zu eineinhalb Meter den größten Teil des „Schatzes aus dem Boden“ liefern wird. Bei der Preisverleihung in Berlin war deshalb neben Bürgermeister Christian Kiendl, den Vorständen des Kommunalunternehmens Fritz Wallner und Manuel Kammermeier, sowie Klimaschutzmanager Franz Hien auch Schierlings Pfarrer Bernhard Pastötter dabei. Auch er erhielt von verschiedenen Seiten Anerkennung für die Kooperationsbereitschaft und damit Unterstützung des zukunftsweisenden Projektes. Schirmherrin des Zukunftspreises war die ehemalige Bayerische Staatsministerin Kerstin Schreyer.
Die unabhängige Jury setzte sich aus Fachleuten, Praxisvertretern und Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Energiewirtschaft zusammen. Als Kriterien wurden gesellschaftliche Relevanz, Umsetzbarkeit, Innovationskraft, sowie Beteiligung der Menschen vor Ort berücksichtigt.
Immer wieder wurde von Teilnehmern an der Berliner Konferenz für bürgerlichen Klimaschutz der Mut hervorgehoben, den Schierling mit diesem Projekt bewiesen hat. Und es gab Anerkennung dafür, dass mit mehr als 70 Grundstückseigentümern bereits ein Anschluss- und Benutzungsvertrag für diese Wärmeversorgung geschlossen wurde. Die Anlage ist seit 1. Juli 2026 in Betrieb und es wurden bereits in zehn Gebäuden die Sole-Wasser-Wärmepumpen installiert, die im Eigentum des Schierlinger Kommunalunternehmens bleiben.
Preisträger
In der Kategorie Kommunen des Zukunftspreises Deutsche Energie setzte sich die Gemeinde Uckerland (Brandenburg) mit einem Windwärmespitzenspeicher durch, mit dem das Dorf Nechlin mit Wärme versorgt wird. Es folgten die Gemeinden Sauerlach, Aying und Otterfing (Bayern), die ein gemeinsames Windenergie-Projekt auf die Beine gestellt haben. Schierling kam ebenfalls auf das Treppchen mit dem Projekt „Erdwärme statt Erdgas – Kalte Nahwärme Am Regensburger Weg 2“.