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Neue Mobilitätsformen für das Allgäu testen

Projekt AllgaEu-mobil

Viele Kommunen und Bürger wünschen sich nachhaltige Mobilität vor Ort. Aber wie gehe ich das Ganze an? Genau mit dieser Frage startete das Projekt „AllgaEu-Mobil“. Zwischen 2020 und 2023 wurden dabei neue Mobilitätsformen im Allgäu getestet und schließlich langfristig etabliert.

Das Projekt wurde auf Wunsch mehrerer Kommunen aus dem Allgäu, die Mobilität vor Ort nachhaltiger zu gestalten, initiiert. Sie alle sind Mitglieder der Energieallianz Oberallgäu, welche mittlerweile 28 Kreiskommunen umfasst. Die Gemeinden suchten damals beim Landkreis nach Unterstützung zur Umsetzung verschiedener, klimafreundlicher Mobilitätsprojekte.

Dabei entstand das Projekt „AllgaEu-Mobil“ - 15 Kommunen im Oberallgäu arbeiteten zusammen, um alternative Mobilitätsangebote aufzubauen. Die Kommunen Altusried, Bad Hindelang, Blaichach, Buchenberg, Dietmannsried, Durach, Fischen, Oberstaufen, Sonthofen, Sulzberg, Waltenhofen, Weitnau, Wertach, Wiggensbach und Wildpoldsried wurden hierbei zu 75% vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben gefördert. Die weitere Finanzierung übernahmen der Landkreis Oberallgäu und die beteiligten Kommunen.

Gelegenheit, um Carsharing und Mitfahren zu testen

Eine Testphase mit zwei Elektroautos und einem Elektroroller machte Elektromobilität erlebbar. Beim Flottentest im Sommer 2021 konnten die Bürger das Sharing-Angebot selbst ausprobieren. Langfristig sollte ein Carsharing-Angebot mit Elektroautos im Allgäu etabliert werden. Auch eine Mitfahrplattform mit regionalen Fahrten und ehrenamtliche Fahrdiensten für z.B. Senioren zählen zu den Zielen des Projektes.

Das große Ziel hinter der Zusammenarbeit der Kommunen ist eine langfristige Vernetzung der Mobilität im Allgäu. Viele Kommunen standen vor den gleichen Hindernissen und können so voneinander lernen und sich gegenseitig helfen.

Unterstützung fanden sie vor allem bei Frau Dr. Petra Hausmann vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!): „Der Austausch zwischen den Kommunen und mit den Ansprechpartnern über Infomails und Onlinemeetings brachte verschiedene Projekte ins Rollen.“ 

Aufbau bleibender Strukturen und Angebote

Im Juli 2022 startet der Ausbau eines Carsharing-Angebots in acht der beteiligten Kommunen. Mit Hilfe des Autohauses Sirch in Kempten wurden die Kommunen mit insgesamt neun Fahrzeugen ausgestattet. Das Autohaus ist nicht nur für die Lieferung der Fahrzeuge zuständig, sondern kümmert sich auch um administrative Aufgaben für das Carsharing, wie die Bereitstellung einer App oder die Organisation von Buchungen. Die Verträge mit den Kommunen wurden zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Nach einem Jahr wurde evaluiert, inwieweit das Projekt anlief und wie es angenommen wurde. Lief es nicht zufriedenstellend, konnten die Kommunen frühzeitig aus dem Vertrag entlassen werden, im besten Fall wurden die Verträge mit dem Autohaus verlängert und sogar ausgeweitet. Die Angebote sollen zu den Bedürfnissen der Bürgerschaft in der Region passen, deshalb fanden regelmäßig Informationsveranstaltungen statt. Bürgerinnen und Bürger konnten auch eigene Ideen einbringen, um die nachhaltige Mobilität vor Ort zu verbessern.

Datum
19. Juli 2022
Regierungsbezirk
Schwaben
Themen
Mobilität, Carsharing